Libyen und Russland : Der alte Freund

Die Pariser Libyen-Konferenz ist faktisch die internationale Beglaubigung der neuen Machthaber. Mit denen will auch Russland ins Geschäft kommen: Deshalb hat es den Übergangsrat nun offiziell anerkannt.
Auch Russland entzieht sich der neuen Wirklichkeit in Libyen nicht und erkennt den Übergangsrat als legitime Vertretung an. Vor ein paar Wochen war man noch nicht ganz so weit; da hatte Moskau Rebellen und Gaddafi-Regime zum Dialog aufgefordert. Aber das Regime existiert nicht mehr; die Pariser Konferenz am Donnerstag ist faktisch die internationale Beglaubigung der neuen Machthaber.
Mit denen will Russland es sich nicht verscherzen, sondern ins Geschäft kommen. China hält noch etwas Abstand, Südafrika dagegen blieb aus Trotz dem Treffen fern: Die UN-Resolution, die nur eine Flugverbotszone autorisiert habe, sei unter dem Schutz von Nato-Bomben von den Rebellen zum Umsturz missbraucht worden. Die Resolution erlaubt freilich auch den Einsatz militärischer Gewalt zum Schutz der Zivilbevölkerung.
Wer wollte, konnte darin schon im März eine Lizenz zum assistierten Regimewechsel lesen. Schließlich ergriffen die Interventionsmächte Partei – gegen Gaddafi und dessen Militärapparat. Das dürfte auch Russland klar gewesen sein: Es hat sich enthalten – und nicht sein Veto eingelegt.



