Merkel-Rückzug :
Auch Europa steht in Berlin auf dem Spiel

Klaus-Dieter Frankenberger
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Nicht nur Frankreich, Italien und Großbritannien, auch Deutschland trudelt in eine Krise. Von wem sollen jetzt die Impulse kommen, die Europa braucht?

In der EU gibt es vier große Mitglieder: Deutschland, Frankreich, Italien und, bis zum Austritt im kommenden Jahr, das Vereinigte Königreich. Aber ausgerechnet in diesen turbulenten Zeiten, in der von der EU allseits Handlungsfähigkeit verlangt wird, steht es mit diesen Ländern, aus unterschiedlichen Gründen, nicht zum Besten: Britannien ist auf dem selbstgewählten Weg in die Isolation; die EU wird damit gewiss nicht stärker. Italien, die Sinne vom Populismus getrübt, legt sich in der Haushaltspolitik mit der EU-Kommission an, weil die die Neuverschuldung nicht billigen will. Über Präsident Macron geht in Frankreich viel politisches Herbstlaub nieder, und in Deutschland implodieren die Volksparteien, die das Land über Jahrzehnte getragen und organisiert haben.

In dieser Implosion spiegeln sich Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust. Das ist, zusammengenommen, ein Befund, der alles anderes als zuversichtlich stimmt. Von wem sollen die Initiativen kommen, die Europa braucht? Wenn das Zentrum schwächer wird, nehmen die Fliehkräfte zu. Logisch. Auch Europa steht nun in Berlin auf dem Spiel.

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