Kommentar : Rivalen und Partner
Jede afghanisch-indische Annäherung wird in Pakistan mit missbilligendem Unmut verfolgt, so auch der Besuch des afghanischen Präsidenten in Delhi.
Die politische Führung Indiens zählt zu den Kräften, die besonders vehement gegen einen überstürzten Abzug der internationalen Truppe aus Afghanistan sind. Das Land sei noch nicht in der Lage, mit der islamistisch-terroristischen Gefahr fertig zu werden, heißt es in Delhi. Und: Die Unsicherheit im Fall des Abzugs werde sich Pakistan zunutze machen.
In der Tat: Der regionale Rivale Indiens, jedenfalls Elemente in dessen Sicherheitsapparat, arbeitet fleißig an der Destabilisierung des Nachbarlandes. Das Stichwort für so viel Mord und Totschlag im Hinterhof lautet "strategische Tiefe". Jede afghanisch-indische Annäherung wird in Pakistan mit missbilligendem Unmut verfolgt, so auch der Besuch des afghanischen Präsidenten in Delhi.
Karzai hält seinerseits nach einem strategischen Partner Ausschau und will Indien zu noch größerem Engagement in Afghanistan bewegen. Er sucht nach neuen Optionen, zumal der Mord an dem früheren Präsidenten Rabbani jedweden Dialog mit den Taliban diskreditiert hat. Aber ungeachtet aller finsteren Machenschaften geht es nicht ohne Pakistan.






