Zukunft der AfD : Meuthens Scheitern

Der Abgang des Bundessprechers Meuthen ist für die AfD kein Verlust. Sie war schon vorher eine teils verfassungsfeindliche Partei. Und wurde trotzdem gewählt.
Es hat schon einen Anflug von Tragikomik, dass der Bundessprecher der AfD, Jörg Meuthen, seinen Rückzug von diesem Amt an jenem Tag bekannt gab, an dem Angela Merkel, die Hassfigur schlechthin der in weiten Teilen rechtsextremen Partei, auf Abschiedsbesuch in Israel weilte. Gleichzeitig schicken sich in Gestalt von SPD und Grünen zwei der drei Protagonisten von Meuthens „links-rot-grün-versifftem 68er-Deutschland“ an, zusammen mit der FDP den politischen Kurs der kommenden Jahre abzustecken.
Nichts könnte das Scheitern Meuthens deutlicher illustrieren, als dass die Partei in den sechs Jahren, in denen er Verantwortung trug, im Bund keine politische Machtoption gewonnen hat. Im Gegenteil: Der Verlust von mehr als einer Million Zweitstimmen bei der Bundestagswahl ist auch darauf zurückzuführen, dass der wie viele Spitzenfunktionäre aus dem Westen stammende Ko-Vorsitzende es nicht vermocht hat, der AfD einen nur halbwegs nationalkonservativ-bürgerlichen Anstrich zu geben. Vielmehr ist der offiziell aufgelöste „Flügel“ wohl stärker denn je.
Dass diese Entwicklung den Verfassungsschutz vollends auf den Plan rufen könnte, dürfte die meisten der vier Millionen Bürger, die sich vor zwei Wochen für die AfD entschieden haben, nicht kümmern. Sie haben nicht Meuthen gewählt, sondern eine Partei wegen ihres in Teilen verfassungsfeindlichen Programms. Das ist das Problem – und nicht die Zukunft Meuthens.






