Nötigungsvorwürfe gegen Parteimitglied :
Piraten im Privaten

Von
Marie Katharina Wagner, Berlin
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Wie jeden Dienstag: Stammtisch der Berliner Piraten im „Kinski“ in Neukölln
Wie jeden Dienstag: Stammtisch der Berliner Piraten im „Kinski“ in NeuköllnGyarmaty, Jens

Auch andere Parteien haben ihre Skandale. Doch nirgends überschneiden sich Politik und Leben so stark wie bei den Berliner Piraten, nirgends sonst wird Internes so öffentlich ausgetragen.

Christopher Lauer ist eigentlich ein Mensch mit einem stabilen Nervenkostüm. Wenn der Abgeordnete Alexander Morlang ihn in der Fraktionssitzung, die er leiten soll, mit einer quietschenden Abstimmungskugel nervt, wenn sich die Diskussionen im Kreis drehen und alles wieder viel zu langsam geht, wenn jemand einen Vortrag über einen Antrag hält, um den es gerade gar nicht geht, dann holt er tief Luft und sagt: „Jetzt komme ich wieder zur Ruhe.“ Aber man kann Lauer, der einer von 15 Abgeordneten der Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus ist, auch sehr schnell zum Ausrasten bringen. Man muss nur „Partnergate“ sagen, „Salzgate“ oder „Esogate“. Es sind die auf Twitter benutzten Codewörter der Skandälchen, mit denen die Berliner Piraten es in letzter Zeit regelmäßig in die Hauptstadtboulevardpresse geschafft haben. Hört er eins davon, ziehen sich Lauers dunkle Augen zusammen, seine Mundwinkel zucken, er knetet krampfhaft die Tablettenpackung, deren Inhalt er gerade eingenommen hat, will das Gespräch am liebsten abbrechen.
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