Parteiensystem : Gegen Rechts als Erfolgsrezept

Der Höhenflug der Linkspartei kam nicht aus dem Nichts. Aber ihr Erfolg hat auch Schattenseiten. Wie die Grünen ist „Die Linke“ eine Partei urbaner Eliten.
Neben der Etablierung der AfD auf dem Niveau einer kleineren Volkspartei gehört die Renaissance der 2007 gegründeten Partei „Die Linke“ zu den markanten Veränderungen des Parteiensystems in der Bundesrepublik der jüngeren Zeit. Allerdings wäre es kurzsichtig, ihre lange Zeit für unwahrscheinlich gehaltene Rückkehr in den Bundestag allein der Gegenmobilisierung („gegen rechts“) durch die migrationskritische Union zuzuschreiben.
Hätte sich die Linke nach der Abspaltung des linksnationalistischen Flügels um die Politikikone Sahra Wagenknecht nicht mit neuem Spitzenpersonal und neuen programmatischen Akzenten ihren sozialkulturell konservativen Ballast abgeworfen, wäre sie für viele nicht wählbar geworden, die sich im systemkritisch-progressiven Spektrum verorten.
Für viele unwählbar
Das wiederum macht die Linke gerade im Osten für viele unwählbar, die sich sozioökonomisch auf der Verliererseite und soziokulturell als Opfer eines von urbanen, akademisch gebildeten Eliten dominierten Diskurses sehen.
Mehr noch: Der Graben zwischen städtischen und ländlichen Lebenswelten, wenn nicht die Spannungen in den vielen Störungszonen der Gesellschaft, dürften sich durch diese Linke eher vertiefen.
Die „Verdammten dieser Erde“ sind ihnen nicht weniger fremd als den Grünen schon immer und weiten Teilen der SPD mittlerweile auch.






