Kritik an Merkel : Söder persönlich

Die Kanzlerin bekräftigt „Wir schaffen das“ und die CSU bleibt leise? Nein, denn jetzt hat sich Markus Söder zu Wort gemeldet. Fragt sich nur, was er denn von der Kanzlerin erwartet hatte.
Das wäre des Guten zu viel gewesen: Die Kanzlerin gibt unter dem Eindruck schrecklicher Ereignisse eine Pressekonferenz, wiederholt ihren „Wir schaffen das“-Satz, und die CSU-Führung, die monatelang eine Breitseite nach der anderen gegen Merkel gefeuert hatte, reagiert mit Stille.
Tut sie dann aber doch nicht, jedenfalls nicht Markus Söder. Der ambitionierte bayerische Finanzminister ist von der Vorstellung der Kanzlerin „persönlich“ nicht überzeugt, hätte „persönlich“ mehr erwartet. Dabei wähnt er sich „ziemlich“ eins mit dem Ministerpräsidenten.
Ja was hatte Söder denn erwartet? Dass Merkel „Blauäugigkeit“ eingesteht und eine Linie von den jüngsten Anschlägen zu ihrer Flüchtlingspolitik zieht, die im Übrigen schon geraume Zeit auf restriktiven Kurs gesetzt ist, und sich quasi „schuldig“ bekennt? Es wäre merkwürdig, sollte der Politprofi Söder genau das erwartet haben. Die Politik der Kanzlerin ist umstritten. Der Kampf gegen den islamistischen Terror ist eine todernste Sache. Das Sicherheitsbedürfnis der Bürger wird nicht durch Rechthaberei und das Verteilen von Zensuren gestillt.



