Kommentar : Schluss mit den Clownerien

Viele haben sich von dem Besuch von Alexis Tsipras eine Entspannung im Verhältnis zwischen Griechenland und Deutschland erhofft. Um respektierter Partner in Europa zu werden, muss der Regierungschef aber seine Widerstandspose ablegen.
Um den Berlin-Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras ist ein Tamtam gemacht worden, wie es das lange nicht mehr gegeben hat. Da war oft von der Hoffnung die Rede, dass sich das Verhältnis zwischen Deutschland und Griechenland, zwischen der Regierung Merkel und der Regierung Tsipras, entspannen möge – ganz so, als befänden wir uns auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, als sei das Tête-à-tête im Kanzleramt, der junge Alexis bei Euromutti, die letzte Chance, den großen Knall zu verhindern. Es wird Zeit, bei der Rhetorik abzurüsten und dafür der Wirklichkeit ins Auge zu sehen, von der ja alle beteuern, sie solle eine gemeinsame Zukunft haben.


