John Kerrys Aufschlag in Europa : Unverzichtbar – und abwesend?

Amerikas neuer Außenminister kommt nach Deutschland. Seine Amtsvorgängerin bereiste vor allem Asien. Ob der Besuch die Hinwendung der Obama-Regierung auf Europa einläutet, muss sich zeigen. Für einen Rückzug aus der Welt ist es jedenfalls die falsche Zeit.
Es gehört zu den Angewohnheiten der internationalen Politik, aus den ersten Besuchen neuer (Groß-)Akteure politische Absichten, Initiativen und/oder Präferenzen herauslesen zu wollen. Jetzt trifft also heute Abend der neue amerikanische Außenminister Kerry in Berlin ein, und prompt heißt es in der Hauptstadt: Nach Amerikas „Hinwendung zu Asien“ steht in er zweiten Amtszeit jetzt die „Hinwendung zu Europa“ auf dem Programm. Vor allem auf Deutschland werde Obama sein Augenmerk richten als wichtigsten Partner der Vereinigten Staaten. Was daran Wunschdenken ist oder der Wirklichkeit entspricht, wird man sehen. In der internationalen Wirtschaftspolitik liest man seit einiger Zeit schon nicht mehr vom gleichen Blatt ab, in der Afghanistan-Politik haben der noch amtierende amerikanische Verteidigungsminister und der deutsche soeben ein kleines Verwirrspiel ausgetragen hinsichtlich der Stärke der verbleibenden westlichen Soldaten nach dem Abzug der Hauptkontingente.


