Der Fall Edathy : Schonzeit in Hannover

Haben die Staatsanwälte in Hannover den Abgeordneten Sebastian Edathy gejagt? Im Gegenteil: Sie zögerten viel zu lange, obwohl ein klarer Anfangsverdacht bestand.
Es läuft gerade mal wieder richtig übel für die Staatsanwaltschaft Hannover. Als sie in der vorvergangenen Woche die Wohnung und Büros von Sebastian Edathy durchsuchte, war die Ausbeute mager. Zwei Computer an fünf Orten, ein paar Splitter, die vielleicht von einer Festplatte stammen – aber kein Bild, kein Video, das als Kinderpornographie einzustufen wäre. Ein Lokalreporter hatte Wind von der Durchsuchung bekommen, die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Nun stehen die Ermittler wieder am Pranger: Erst hätten sie Christian Wulff als Bundespräsidenten vernichtet, jetzt Sebastian Edathy – ohne auch nur einen gerichtsfesten Beweis zu finden. Staatsanwälte im Ermittlungsrausch. „Ungeheuerlich“ sei das Vorgehen der Staatsanwaltschaft, schimpfte Edathy von einem unbekannten Ort aus. Sein Anwalt erhob Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Jörg Fröhlich, den Leiter der hannoverschen Behörde.





