https://www.faz.net/-gpf-78ckk

Berliner Flughafen : Mehdorn: „Wir geben jetzt Gas“

  • -Aktualisiert am

Will es anpacken: Hartmut Mehdorn Bild: dpa

Hartmut Mehdorn, neuer Geschäftsführer des Berliner Flughafens, will den Stillstand auf der Baustelle rasch auflösen. Das Milliardenprojekt solle nach vier geplatzten Eröffnungsterminen so schnell wie möglich ans Netz, sagte er.

          1 Min.

          Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) hat sich am Freitag vom neuen Geschäftsführer Hartmut Mehdorn dessen Plan für eine beschleunigte Fertigstellung des Flughafens BER in Schönefeld bei Berlin, „Sprint“, erläutern lassen. Den Flughafenbetrieb in Tegel und Schönefeld wird künftig der bisherige Geschäftsführer des Paderborner Flughafens, Elmar Kleinert, leiten. Alle für die Fertigstellung des Flughafens notwendigen Arbeiten sollen in 20 bis 30 „Module“ mit jeweils eigenen Leitern aufgeteilt werden. Ein „Project Management Office“ wird auf der Baustelle arbeiten. Matthias Platzeck (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg und FBB-Aufsichtsratsvorsitzender, sagte Mehdorn die Unterstützung des Aufsichtsrates zu: „Es ist deutlich zu spüren, dass mit dem Amtsantritt von Hartmut Mehdorn ein Ruck durch die Flughafengesellschaft gegangen ist.“

          Seit der dritten und vierten Verschiebung der Flughafeneröffnung im Mai 2012 und im Januar 2013 übernahm der Aufsichtsrat notgedrungen die Funktion der Geschäftsführung. Damit soll es nun vorbei sein; der Aufsichtsrat wird künftig seltener tagen. Mehdorn sitzt inzwischen offenbar fest im Sattel. Platzeck hatte vor der Sitzung Meldungen dementiert, nach denen die Flughafengesellschaft ihre Klage gegen die im vergangenen Jahr entlassene Planungsgesellschaft PG BBI zurückziehe, an der das Büro des Architekten Meinhard von Gerkan beteiligt ist. Die Klage „ruht“, einen Termin für die Verhandlung hat das Landgericht Potsdam aufgehoben. Mehdorn werde allenfalls „den Sachverstand einzelner Experten abfragen“, sagte Platzeck.

          Ein im Auftrag der FDP erstelltes Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags zur Offenhaltung von Tegel haben die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund mit Skepsis kommentiert. Ein Sprecher von Bauminister Peter Ramsauer (CSU) sagte, der Planfeststellungsbeschluss und die Rechtslage seien „eindeutig“. Platzeck hatte im Gespräch mit dieser Zeitung auf die Kosten hingewiesen, die der Betrieb von zwei Flughäfen mit sich bringe. Ein Sprecher des Berliner Senats nannte den Weiterbetrieb von Tegel „rechtlich hoch risikobehaftet und wirtschaftlich nicht tragbar“. Der FDP-Abgeordnete Martin Lindner befürwortet einen Weiterbetrieb von Tegel, während BER etappenweise in Betrieb gehen solle.

          Weitere Themen

          „Es war ein quid pro quo“ Video-Seite öffnen

          Sondland belastet Trump schwer : „Es war ein quid pro quo“

          Der amerikanische Botschafter bei der EU, Gordon Sondland, sagte in der Anhörung für das von den oppositionellen Demokraten angestrebte Amtsenthebungsverfahren, auf Anordnung Trumps sei Unterstützung für die Ukraine von Gegenleistungen der dortigen Regierung abhängig gemacht worden.

          Topmeldungen

          Hinter den Häusern und Kirchen der Innenstadt in München sind am Morgen die Berge sichtbar.

          Bauvorhaben und Infrastruktur : Bayern und seine Schwächen

          Bayern steht gut da, doch auch im Freistaat hakt es mancherorts außerordentlich. In München droht gar ein verkehrspolitisches Desaster – das bald womöglich den Vergleich mit dem Berliner Flughafen nicht mehr scheuen muss.
          Peter Feldmann bei einem Besuch im Awo-Jugendhaus im Frankfurter Gallusviertel im Jahr 2014.

          Peter Feldmann und die Awo : Das Schweigen des Oberbürgermeisters

          Weil die Arbeiterwohlfahrt seine Ehefrau zu ungewöhnlich guten Konditionen beschäftigt haben soll, steht Peter Feldmann stark unter Druck. Die Awo rechtfertigt derweil die hohe Bezahlung der Frau des Frankfurter Oberbürgermeisters – und hat noch in einem anderen Fall Probleme.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.