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Soziale Benachteiligung : Der Kampf ums Vakzin

  • -Aktualisiert am

Vertraute Hände: Impfung beim Hausarzt Bild: dpa

Auch beim Impfen gilt: Es muss informiert werden. Nicht nur diejenigen, die einen guten Draht zum Arzt haben, haben ein Recht auf den Piks.

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          So langsam schlägt die Stunde der Wahrheit: Gibt es den viel beschworenen Impfneid eigentlich? Von den ungeimpften Solo-Spaziergängern gegenüber den geimpften Biergartenbesuchern? Der Staat muss zumindest so schnell wie möglich die Möglichkeit schaffen, dass sich jeder Bürger immunisieren lassen kann, so er das denn möchte. Deswegen ist es auch richtig, dass schon bald in einigen Ländern die Priorisierung in den Arztpraxen aufgehoben wird. Noch sind nicht alle PS aus dem Impfmotor herausgeholt worden.

          Aber nicht zu Unrecht warnen etwa Berlins Kassenärzte vor Chaos und falschen Erwartungen. Denn noch immer gibt es zu wenig Impfstoff. Selbst Menschen aus den Vorranggruppen sind noch nicht komplett geimpft. In der vermeintlich beschaulichen Welt der Hausärzte bricht nun der Kampf ums Vakzin aus, was faktisch auch ein Kampf um alte Freiheiten ist. Wer gut informiert und hartnäckig ist, vielleicht einen guten Draht zum Doktor hat, kommt womöglich schneller an den begehrten Stoff.

          So ist es nun mal im Leben? Ja. Und nein. Corona ist kein demokratischer Gleichmacher, das zeigt sich auch jetzt. Es reichte nicht, Informationsbroschüren zur Gefährlichkeit von Corona in einige Sprachen zu übersetzen und in sozialen Brennpunkten zu verteilen. Es braucht direkte Ansprache, auch jetzt beim Impfen. So lässt sich Angst nehmen und wirklich das Versprechen einlösen, jedem ein Impfangebot zu machen.

          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten.

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