Europäische Union : Schon am Tiefpunkt?
Griechenland hat seinen Botschafter aus Österreich abgerufen. Eine bislang einmalige Maßnahme in der EU. Überall wachsen Ungeduld, Unmut und Verdruss. Was muss jetzt geschehen?
So weit ist es schon gekommen: Die gegenseitigen Vorwürfe, in der Flüchtlingskrise nicht genug oder das Falsche zu tun, haben zu einer Maßnahme geführt, die in der EU einmalig ist: Griechenland hat seinen Botschafter aus Österreich abgerufen. Das geschah aus berechtigter Verärgerung darüber, dass Athen zu der von der Wiener Regierung ausgerichteten Balkan-Konferenz nicht eingeladen war, aber Leidtragender der getroffenen Beschlüsse sei. Athen ist empört darüber, dass die mazedonisch-griechische Grenze abgeriegelt und Griechenland, in den Worten des Flüchtlingsministers, zum Libanon Europas wird - es droht seinerseits mit Blockade und „einseitigen Aktionen“. Trotz aller Beteuerungen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, ist die EU somit einen Schritt weiter, sich zu zerlegen.



