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Die Grünen vor der Bundestagswahl : Kein bisschen anders

Eine Bevormundungspartei mit Vergangenheit: Die Grünen zeigen ihr wahres Gesicht. Und verhalten sich wie jene, die sie sonst geißeln.

          Grün ist gern hin, spottet man beim Schafkopfspielen in Bayern, wenn einer sein Gras-Solo verloren hat, obwohl er doch meinte, genügend Trümpfe in der Hand zu halten. Hin sind auch die Träume der Grünen, zusammen mit der SPD und den Freien Wählern die CSU aus der Regierung zu jagen. Das Akzeptieren der Normalität in Bayern – Wahl ist, wenn viele Parteien Plakate kleben und die CSU die absolute Mehrheit gewinnt – fiele den Grünen nicht so schwer, wenn ihr mäßiges Ergebnis nicht auch einen Schatten auf das kommende Wochenende würfe, an dem es in Hessen und im Bund um die Macht geht.

          Die Siegerstraße, auf der sich Rot-Grün in Wiesbaden wochenlang sah, weist auf den letzten Metern doch noch Schlaglöcher auf. Und im Bund müssen SPD und Grüne sogar auf das Prinzip der Last-Minute-Hoffnung setzen. Die rot-grüne Wahlverwandtschaft präsentierte sich bisher nämlich als Nullsummenspiel: Legt der eine zu, schwächelt der andere. Kaum meinte die SPD endlich einen lauen Aufwind zu spüren, gingen die Grünen in den Sinkflug über. Schuld daran sind sie selbst.

          Die Antiatomkraftpartei zehrt zwar noch immer davon, dass ihr in dieser deutschen Glaubensfrage am Ende alle anderen Parteien folgten. Die Förderprogramme zur Beplankung von Dächern und Feldern mit Solarpanelen verschafften den Grünen Zugang zu Wählerschichten, die ihnen zuvor verschlossen waren. Doch auch die Kehrseite der Energiewende, steigende Strompreise und verspargelte Landschaften, wird in besonderer Weise mit ihnen in Verbindung gebracht.

          Hauptgrund für die Schwindsucht in den Umfragen aber dürfte ihre Steuererhöhungs- und Umverteilungsagenda sein, mit der die Grünen wieder ihr wahres Gesicht zeigten: das einer besserwisserischen Bevormundungspartei, die dem Bürger bis hin zur Ernährung vorschreiben will, wie er nach ihrer Façon selig werden soll. Zudem wurden die Grünen auch noch von ihrer Vergangenheit eingeholt: von ihrer Verbindung zur Pädophilen-Szene, einer Jugendsünde im schrecklichen Sinne des Wortes. Die Partei, die in solchen Fällen bei anderen, etwa der katholischen Kirche, keine Gnade kennt, verhält sich in eigener Sache kein bisschen anders als jene, denen sie sonst mangelnden Aufklärungswillen und Scheibchentaktik vorwirft. Die Grünen sind auch in dieser Hinsicht das geworden, was sie früher nie sein wollten: eine stinknormale Partei.

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