https://www.faz.net/-gpf-9gtt3

Cavusoglu in Washington : Türkei fordert Auslieferung dutzender Gülen-Anhänger

  • Aktualisiert am

Sprechen über Auslieferung: Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu und sein amerikanisches Gegenüber Mike Pompeo Bild: JIM LO SCALZO/EPA-EFE/REX

84 Namen stehen auf der Liste. Es gebe aber keine Zusicherungen, sagte der türkische Außenminister Cavusoglu. Das Dokument sei auf Wunsch Donald Trumps angefertigt worden, heißt es.

          1 Min.

          Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat am Dienstag eine Liste mit den Namen von 84 Mitgliedern der Gülen-Bewegung an Vertreter der amerikanischen Regierung übergeben. Er habe zwar keine „Zusicherungen“ von seinem Kollegen Mike Pompeo erhalten, „aber wir haben diese Liste von Leuten übergeben, deren Auslieferung wir von den Vereinigten Staaten fordern“, sagte Cavusoglu nach einem Treffen mit Pompeo und Sicherheitsberater John Bolton in Washington. Bei einem Besuch des türkischen Präsidenten Erdogan in Berlin hatte dieser auch der deutschen Regierung eine solche Liste überreicht.

          Präsident Donald Trump habe den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan um die Liste gebeten, sagte Cavusoglu. Erdogan macht den islamischen Prediger Fethullah Gülen für den gescheiterten Umsturzversuch im Juli 2016 verantwortlich. Erdogans ehemaliger Verbündeter befindet sich seit 1999 im Exil in den Vereinigten Staaten. Bisherige Forderungen nach seiner Auslieferung hatten keinen Erfolg.

          Der amerikanische Präsident Trump hatte zuvor bekräftigt, er plane nicht, Gülen auszuliefern. „Es steht nicht zur Diskussion“, sagte er Journalisten. Gleichzeitig lobte er Erdogan als „starken Mann“ und „Freund“. „Was immer wir tun können, werden wir tun“, fügte Trump hinzu.

          Die angespannten Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei haben sich nach der Freilassung des Pastors Andrew Brunson im Oktober etwas verbessert. Das Schicksal Gülens bleibt aber ein zentraler Streitpunkt zwischen den beiden Ländern. Einem Bericht von NBC News zufolge sucht das Weiße Haus nach Möglichkeiten, Gülen auszuweisen, um den türkischen Druck auf Saudi-Arabien im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi abzuschwächen.

          Trump stellt sich weiter gegen zunehmende Indizien auch seiner eigenen Geheimdienste, wonach die saudiarabische Regierung in die Tötung Khashoggis verwickelt ist. Am Dienstag hatte er die „unverbrüchliche Partnerschaft“ mit Riad beschworen und auf die Rolle des Königreichs als Verbündeter gegen den Iran und als Wirtschaftspartner verwiesen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Noch darf gereist werden: Eine Sprecherin steht im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens.

          Wirtschaftsrat der CDU : Verbot von Reisen in Risikogebiete gefordert

          Ob Amerika oder Indien, Israel, Südafrika oder die Türkei – die meisten Staaten gelten derzeit als Corona-Risikogebiete. Dorthin reisen darf man aber noch. Schluss damit, fordert ein CDU-naher Verband. Sonst drohe ein neuer Lockdown.

          Macrons Besuch im Libanon : Von Reue fehlt bislang jede Spur

          In Beirut wird Emmanuel Macron wie ein Heilsbringer empfangen. Frankreichs Präsident verspricht Hilfe – und mahnt Reformen an. Doch nichts deutet darauf hin, dass in der Politik des Libanon eine neue Ära beginnt. Am Abend werden 16 Hafenmitarbeiter festgenommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.