Sardinien : Die Angst des Kumpels vor Reformen

In Sardinien haben sich seit Tagen Bergleute mit Sprengstoff in ihrer Mine verschanzt, um gegen deren Schließung zu protestieren. An diesem Freitag wollen sie in Rom Millionenhilfen fordern.
370 Meter unter dem Meeresspiegel wandte sich Stefano Meletti an die Journalisten, die zur Pressekonferenz in der Mine Carbosulcis im Südwesten der Insel Sardinien gekommen waren. „Wir können nicht länger warten“, sagte er. „Sollte jemand beschlossen haben, uns Minenarbeiter zu töten, dann tun wir das lieber selbst.“ Meletti hielt inne, die Leute im Stollen schwiegen - die Journalisten wie die Bergleute, die dort gegen die Schließung der letzten Kohlengrube Italiens demonstrieren. Dann zog der 48 Jahre alte Familienvater Meletti, der seit 24 Jahren Bergmann ist, ein Messer und ritzte sich vor laufenden Kameras eine Wunde in den linken Unterarm. Sein Kollege Ivo Porcu entriss ihm die Waffe; man brachte Meletti in ein Krankenhaus, wo seine Wunde genäht wurde, derweilen Porcu sagte, Melettis Aktion sei „eine Geste der Verzweiflung“ gewesen.





