Politikmüdes Volk : Venezuelas Parallelwelten

Weder die Wahl noch die Volksbefragung der Opposition haben die Massen in Venezuela mobilisiert. Viele Bürger haben keine Zeit für die politischen Spielchen zwischen dem Regime von Maduro und der Opposition um Guaidó.
Man kennt die Tragödien mit vielen ertrunkenen Flüchtlingen vom Mittelmeer, doch sie spielen sich auch in der Karibik ab. Dort wurden am Wochenende 19 Leichen geborgen. Ein Boot mit Venezolanern war offenbar gekentert. Sie wollten vom Festland aus mit einem Boot nach Trinidad und Tobago übersetzen, das nur hundert Kilometer entfernt von Venezuela liegt. Unter den Toten waren mehrere Kinder und Babys. Die Bilder der Toten, die in den sozialen Netzwerken kursierten, sind unerträglich – ein Ausdruck der Verzweiflung vieler Venezolaner. Fünf Millionen haben in den vergangenen Jahren ihr Land verlassen, um dem Elend und der Hoffnungslosigkeit zu entfliehen. 300 Dollar soll die Überfahrt nach Trinidad und Tobago kosten. Das ist ein Vermögen in einem Land, in dem sich mit dem Mindestlohn gerade einmal ein paar Eier kaufen lassen.
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