Libyen : Ali Seidan zum neuen Ministerpräsidenten gewählt
Die libysche Nationalversammlung hat Ali Seidan zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Seidan galt schon früh als Gegner des einstigen Machthabers Gaddafi. Er setzte sich knapp gegen den Islamisten Mohammed al Hrari durch.
Die libysche Nationalversammlung hat einen langjährigen Gegner des früheren Machthabers Muammar al Gaddafi zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Auf Ali Seidan entfielen bei der Abstimmung des Parlaments am Sonntag 93 Stimmen, auf den bisherigen Minister für Kommunalangelegenheiten Mohammed al- Hrari 85. Seidan war libyscher Botschafter in Indien, als er sich 1980 von Gaddafi lossagte, ins Exil ging und sich dann von Genf aus für die Beachtung der Menschenrechte in Libyen einsetzte.
Seidan erhielt insbesondere die Unterstützung der liberalen Allianz der Nationalen Kräfte (AFN), die 39 Abgeordnete stellt. Dagegen wurde Hrari von der islamistischen Partei der Gerechtigkeit und des Aufbaus (PJC) unterstützt, die über 17 Mandate verfügt.
In der vergangenen Woche war der bisherige Regierungschef Mustafa Abu Schagur über ein Misstrauensvotum gestürzt. Seidan hat zwei Wochen Zeit, um sein Kabinett vorzustellen.
Die Aufgabe des neuen Ministerpräsidenten wird es sein, eine Regierung aufzustellen, Gesetze zu erlassen und Libyen nach der Ausarbeitung einer Verfassung im kommenden Jahr zu echten Parlamentswahlen zu führen.
Gaddafi hatte in dem nordafrikanischen Land mehr als vier Jahrzehnte lang uneingeschränkt geherrscht. Er wurde im Zuge eines Volksaufstandes, bei dem die Rebellen von einer internationalen Militärallianz massiv unterstützt wurden, gestürzt und am 20. Oktober 2011 auf der Flucht getötet.





