Wahl in Israel : Sieg – und nun?

Zwischen Benjamin Netanjahu und Barack Obama herrscht ein angespanntes Verhältnis. Wer macht nach der Wahl in Israel den ersten diplomatischen Schritt?
Vor der Wahl in Israel sah die Lage so aus: Obama und Netanjahu trauen einander nicht über den Weg; der israelisch-palästinensische Friedensprozess ist zusammengebrochen, Washingtons Bemühungen sind gescheitert; die republikanische Kongressmehrheit bietet Netanjahu eine Plattform für Angriffe auf den Präsidenten wegen dessen Iran-Politik.
Und nach der Wahl? Netanjahu hat einen fulminanten Sieg errungen, vermutlich auch dank harter Rhetorik gegenüber den Palästinensern – Obama ist aber noch 22 Monate im Amt; und er strebt unbeirrt einen Abschluss mit Teheran in Sachen Atom an (Stichwort „historische Gelegenheit“).
Mit anderen Worten: Selbst wenn Netanjahu versucht sein sollte, auf Zeit und über die Bande des Kongresses zu spielen, so gebietet es schon die politische Klugheit, dass man den Mann im Weißen Haus nicht so verprellt, dass der tatsächlich neue Saiten gegenüber Israel aufzieht.
Es könnte sich als Täuschung erweisen, zu glauben, immerzu und überall könne der Schwanz mit dem Hund wedeln, selbst wenn der im Moment im eigenen Quartier nicht sonderlich beliebt ist.



