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Mali : Angreifer töten mehr als 130 Zivilisten

  • Aktualisiert am

Ein Markt in der malischen Hauptstadt Bamako am 1. Februar 2022. Bild: AFP

In dem krisengebeutelten Land in Westafrika ist es zu einem besonders schweren Angriff gekommen. Behördenvertreter berichten von einem regelrechten Massaker.

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          In Mali sind bei Angriffen mutmaßlicher Dschihadisten mehr als 130 Zivilisten getötet worden. Bewaffnete Männer hätten in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Diallassagou und zwei umliegenden Städten im Zentrum des Landes 132 Menschen getötet, teilte die Regierung am Montag mit. Sie machte die mit der Terrormiliz Al-Kaida verbündete islamistische Gruppierung Katiba Macina für die Taten verantwortlich.

          Örtliche Behördenvertreter berichteten von einem regelrechten Massaker mit systematischen Tötungen dutzender Zivilisten. „Sie haben auch Hütten und Häuser niedergebrannt und Vieh gestohlen – es herrscht wirklich Anarchie“, sagte ein Behördenvertreter, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte. Die genaue Zahl der Toten wurde demnach am Montag noch ermittelt.

          Nouhoum Togo, Vorsitzender einer Partei in der nahegelegenen Stadt Bankass, berichtete der Nachrichtenagentur AFP, dass es bei Armee-Einsätzen in der Gegend vor zwei Wochen zu Zusammenstößen mit Dschihadisten gekommen sei. Daraufhin seien die Extremisten auf mehreren Dutzend Motorrädern zurückgekommen, um sich an der Bevölkerung zu rächen. Ihm zufolge ereigneten sich die Angriffe bereits am Freitag.

          Zwei Millionen Vertriebene

          Mali wird seit Jahren von dschihadistischer Gewalt heimgesucht. 2012 hatte im Land ein islamistischer Aufstand begonnen, der sich auch auf die Nachbarstaaten Burkina Faso und Niger ausweitete. In dem Konflikt wurden bereits mehrere tausend Soldaten und Zivilisten getötet sowie zwei Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Der schlecht ausgerüsteten Armee Malis, das seit 2020 von einer Militärregierung geführt wird, werden immer wieder Menschenrechtsverstöße vorgeworfen.

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