Kardinal Pell vor Gericht : Sünder oder Sündenbock?

In Australien ist eine Debatte über die Verurteilung von Kardinal Pell wegen sexuellen Missbrauchs entbrannt. Das Strafmaß soll am Mittwoch verkündet werden.
Tiefer kann man kaum mehr fallen als Kardinal George Pell. Der ranghöchste australische Katholik und ehemalige Finanzchef des Vatikans sitzt nach seiner Verurteilung wegen sexuellen Kindesmissbrauchs in einer Einzelzelle eines Hochsicherheitsgefängnisses in Melbourne. Dort wartet er auf die Verkündung des Strafmaßes am Mittwoch. Maximal könnte der 77 Jahre alte Australier fünf Jahrzehnte Haft bekommen: Bis zu zehn Jahre hat der Staatsanwalt für jeden der fünf Anklagepunkt gefordert. Die Berufungsverhandlung ist für Anfang Juni angesetzt. Gleichzeitig hat ein 50 Jahre alter Mann eine Zivilklage gegen Pell angestrengt. Er wirft Pell vor, ihn als damaliger Priester in den siebziger Jahren in einem Freibad seiner Heimatstadt Ballarat unsittlich berührt zu haben.
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