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Iran-Kommentar : Ein beispielloser Vorgang

Ein deutscher Politiker wird von Iran ausgespäht – in der Absicht, eine Entführung oder einen Anschlag vorzubereiten. Wir müssen genauer hinschauen.

          Das ist ein beispielloser Vorgang: Der frühere Bundestagsabgeordnete, Wehrbeauftragte und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, wurde von Iran ausgespäht – in der Absicht, eine Entführung oder einen Anschlag vorzubereiten im Falle eines Konflikts zwischen Iran und Israel.

          Eine Entführung oder ein Anschlag in einem Drittstaat, wohlgemerkt.

          Gegen seine Gegner im Innern geht das Regime in Teheran rücksichtslos vor; „Revolutionswächter“ haben in Syrien für das Assad-Regime die Drecksarbeit geleistet und auch im Irak ihre Finger im Spiel. Und nun wird bekannt, dass Iran auch gegen (ehemalige) Politiker im Westen vorgeht.

          Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat jüngst über „umfangreiche Ausspähaktivitäten“ Irans gegen (pro-)jüdische und israelische Ziele berichtet.

          Diese Aktivitäten darf man nicht bagatellisieren, auch nicht gegenüber Wirtschaftsinteressen und den Verheißungen enger deutsch-iranischer Beziehungen.

          Überhaupt sollte man genauer hinsehen und sich eben nicht von den Friedensschalmeien aus Iran betören lassen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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