Irak : Uneinsichtiger Maliki
Die Sunniten wollen nicht wahrhaben, dass sich die Mehrheitsverhältnisse im Irak geändert haben. Diese Haltung hat dem sturen Ministerpräsidenten Maliki zu lange in die Hände gespielt.
Es ist ein selbstgerecht-schlichtes Verständnis von Demokratie, das der irakische Ministerpräsident Maliki an den Tag legt: Wer einer Regierung der nationalen Einheit das Wort rede, putsche gegen die Verfassung. Geflissentlich übersieht der Schiit Maliki, dass sein autoritärer Regierungsstil dazu beigetragen hat, Teile der sunnitischen Bevölkerung an die Seite der Dschihadisten zu treiben, die den Irak überrollen.
Die Sunniten an der Macht zu beteiligen muss Teil einer Strategie sein, um die islamistischen Terroristen zu isolieren und auszuschalten. Maliki scheint das nicht begreifen zu wollen; brüsk weist er Forderungen der amerikanischen Regierung zurück, von der er sonst wie selbstverständlich militärische Unterstützung erwartet.
Wahr ist freilich auch, dass die Sunniten, die unter Saddam Staat und Wirtschaft kontrollierten, nicht wahrhaben wollen, dass sich die Mehrheitsverhältnisse im Land geändert haben. Diese Haltung hat dem sturen Maliki zu lange in die Hände gespielt. Es wäre zu hoffen, dass er begreift, wie notwendig es ist, den militärischen Kampf gegen die Dschihadisten politisch zu flankieren.



