Russland und die Ukraine :
Gas als Waffe

Reinhard Veser
Ein Kommentar von
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Russland will der Ukraine Gas nur noch gegen Vorkasse liefern. Das Ziel des Kremls ist selten ein Kompromiss in der Sache, sondern fast immer die Ausweitung der eigenen Macht auf Kosten anderer.

Unter anderen Umständen könnte Russland viel Verständnis für die Drohung erwarten, es wolle der Ukraine Gas künftig nur noch gegen Vorkasse liefern. Seit das Land vor zwanzig Jahren unabhängig wurde, ist die Ukraine ein schlechter Zahler; schon in den neunziger Jahren haben sich Kiew und Moskau heftig über nicht beglichene Rechnungen und zu viel entnommenes Gas gestritten.

Doch nun muss der Moskauer Hinweis auf diese Möglichkeit wohl als weiteres Motiv in der Droh- und Druckkulisse gegen die Ukraine verstanden werden. Daran, wie Putin Öl und Gas seit Jahren als politische Waffen einsetzt, zeigt sich, wie schwierig es ist, gegenüber seinem Russland eine auf Interessenausgleich bedachte Politik zu betreiben: Während er einen Preisstreit mit dem einen Nachbarn zum Kampf zwischen Gut und Böse aufbauscht, gewährt er gleich nebenan aus politischen Gründen Rabatte, die Russland wirtschaftlich schaden. Das Ziel des Kremls ist selten ein Kompromiss in der Sache, mit dem alle Seiten leben können, sondern fast immer die Ausweitung der eigenen Macht auf Kosten anderer.

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