Wohin mit tausenden Touristen? : Wie die deutsche Botschaft in Neu Delhi zum Rückholcamp geworden ist

Es ist eine der kompliziertesten Rückholaktionen, mit der das Auswärtige Amt im Zuge der Corona-Pandemie befasst ist: 5.000 Deutsche aus Indien zu schaffen. Für viele wurde die Lage kritisch.
So viele Gäste hat die Residenz des deutschen Botschafters in Neu Delhi selten gesehen: Rund 1000 Deutsche drängten sich letzte Woche im Empfangsgebäude des Botschafters und auf dem Rasen ringsum. Doch sie hielten weder Schnittchen noch Cocktailgläser in der Hand, sondern die Griffe ihrer Reisekoffer umklammert; die meisten sahen müde aus und sorgenvoll. Von der Terrasse aus gesehen ähnelte das Bild ein wenig jener Szenerie, die DDR-Flüchtlinge im Garten der Prager Botschaft vor dreißig Jahren bildeten. Aber es gab keinen „Balkon-Moment“. Die deutschen Touristen, die in der Corona-Krise in Indien gestrandet waren, wussten bei ihrer Ankunft im Residenzgarten schon, dass die schlimmste Ungewissheit vorbei war; dass zwei im Rahmen der Rückholaktion vom Auswärtigen Amt gecharterte A-380 Riesenflieger nach Delhi unterwegs waren, um sie nach Hause zu holen.





