Bolivien geht an die Urnen : Die Wahl des Misstrauens

Die heutige Präsidenten- und Parlamentswahl in Bolivien ist nach den Wirren des vergangenen Jahres politisch aufgeladen. Die Opposition wittert Betrug. Die UN versichern, es gehe fair und transparent zu.
Im Kampagnen-Lokal der „Bewegung zum Sozialismus“ (MAS) herrschte am Freitag und Samstag ein Kommen und Gehen. Offizielle und inoffizielle Delegationen, die nach Bolivien gereist sind, um die Wahlen am heutigen Sonntag zu verfolgen, statteten Luis Arce einen Besuch ab. Arce, der frühere Wirtschaftsminister des Langzeit-Präsidenten Evo Morales, soll das Präsidentenamt zurückerobern, das die MAS nach der annullierten Wahl vor einem Jahr und dem späteren forcierten Rücktritt von Morales entrissen sah. In der MAS spricht man bis heute von einem Putsch. Nun sei ein zweiter im Gang, behaupten viele. Sie misstrauen der Übergangsregierung von Jeanine Añez, die für die Ausrichtung der Wahlen verantwortlich ist. Die wolle einen Sieg von Arce und eine Rückkehr der MAS an die Macht um jeden Preis verhindern, glauben nicht wenige.





