Kampf gegen IS : Zu wenig, zu spät
Die Kritik an Barack Obamas Politik im Mittleren Osten wächst. Doch wer das militärische Vorgehen Amerikas gegen den IS für ungenügend hält, der darf es bei Empörung nicht belassen, sondern muss selbst militärisch handeln.
Es steht dahin, ob ausgerechnet Jimmy Carter die größte Autorität besitzt, um Präsident Barack Obama in militärischen Dingen zu kritisieren. Er selbst trat im Januar 1981 ab als gebrochener, gedemütigter Mann, dessen Präsidentschaft für gescheitert gehalten wurde - warum hätte Reagan sonst haushoch gewonnen?
Aber Carter gehört zum wachsenden Kreis derer, die Obamas Politik im Mittleren Osten und speziell gegen den terroristischen „Islamischen Staat“ kritisieren. Die Kritik lautet kurzgefasst: zu wenig und viel zu spät. Tatsächlich scheint sich die Regierung in Washington nicht schlüssig zu sein, wie intensiv sie die Terroristen bekämpfen und welche Mittel sie jenseits der Angriffe aus der Luft einsetzen will. Immerhin hat Obama als Ziel die Vernichtung des „Islamischen Staates“ ausgegeben.
Danach sieht es im Moment nicht aus, die Kurden in Syrien sind in höchster Bedrängnis. Ist der Einsatz von Bodentruppen doch unumgänglich? Wer in Europa das militärische Vorgehen Amerikas für ungenügend hält, der darf es bei wohlfeiler Kritik und Empörung nicht belassen, sondern muss selbst militärisch handeln.


