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Aleksandr Lukaschenka : Väterchen Gewalt

Lukaschenka im Jahr 1996 Bild: STR New

Um zu verstehen, was gerade in Belarus passiert, muss man zurückblicken: auf die Zeit, in der Aleksandr Lukaschenka an die Macht kam.

          6 Min.

          Als vor einer Woche in Minsk 200.000 Menschen gegen Aleksandr Lukaschenka protestierten, kehrte der belarussische Herrscher gedanklich zum Anfang seiner Präsidentschaft zurück. Vor etwas mehr als 10.000 Anhängern, die aus ganz Belarus in die Hauptstadt gebracht worden waren, erinnerte er mit heiserer, sich fast überschlagender Stimme an den Anfang der neunziger Jahre: „Auf Meetings und auf den Plätzen haben wir damals vernichtet, was uns von Gott gegeben war: unser riesiges, großartiges Imperium, ohne das keine Frage auf der Welt entschieden wurde.“

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

          Er hielt seinen Zuhörern vor Augen, wie sie lebten: „Was wollten die Leute – was wolltet ihr – damals? Ihr habt um ein Stück Brot gebeten, um einen Lohn von zwanzig Dollar. Ihr habt darum gebeten, die Fabriken nicht zu privatisieren, ihr habt darum gebeten, den Bauern nicht das Land wegzunehmen. Ihr habt darum gebeten, den Offizieren und Soldaten, die sich fürchteten, auf die Straße zu gehen, ihre Ehre zurückzugeben. Kurz – ihr habt mich, einen noch jungen, unerfahrenen Menschen darum gebeten, das Volk vom Abgrund wegzuführen. Das haben wir getan! Wir haben das getan, wovon Millionen Vorfahren geträumt haben, wir haben erstmals in unserer Geschichte einen souveränen unabhängigen Staat aufgebaut! Die Zeit hat uns damals ausgewählt, und wir haben es getan!“

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