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Fremdenfeindlichkeit : Tödliche Ausschreitungen in Südafrika

  • Aktualisiert am

Bei Unruhen im südafrikanischen Johannesburg wurden Autos und Gebäude angegriffen und in Brand gesetzt. Bild: dpa

In Südafrika spitzt sich die Lage zu: In Straßenschlachten machen Einheimische Jagd auf afrikanische Einwanderer - Medienberichten zufolge gab es mindestens sechs Tote, Tausende Menschen sind auf der Flucht.

          In einem Armenviertel in Johannesburg ist es zu Ausschreitungen zwischen der Polizei und Einwanderern gekommen. Die südafrikanischen Sicherheitskräfte setzten nach Angaben eines Reuters-Fotografen am Freitag Gummigeschosse und eine Blendgranate gegen eine Gruppe afrikanischer Migranten ein, die mit Macheten bewaffnet waren. Rund 200 Südafrikaner protestierten gegen die Migranten. Ihre Kundgebung wurde ebenfalls von der Polizei aufgelöst.

          Seit Anfang des Monats sind in Südafrika Ausländer aus anderen afrikanischen Staaten verstärkt Opfer von Übergriffen. Viele Südafrikaner werfen den Einwanderern vor, ihnen die Arbeitsplätze wegzunehmen. In der Hafenstadt Durban wurden bei Angriffen auf Häuser und Geschäfte von Einwanderern aus Somalia, Äthiopien, Malawi und anderen Ländern bereits sechs Menschen getötet - darunter ein 14 Jahre alter Junge. Von Durban schwappte die Gewalt am Donnerstag auf Johannesburg über.

          Einige Migranten haben begonnen, sich zu bewaffnen, da sie sich durch die Sicherheitskräfte nicht ausreichend geschützt sehen. Auslöser der Gewaltwelle ist offenbar ein Aufruf des Zulu-Königs Goodwill Zwelithini, der laut lokalen Medien gesagt haben soll, Ausländer sollten Südafrika verlassen. Er hat erklärt, seine Äußerungen seien falsch ausgelegt worden.

          Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma rief seine Landsleute am Donnerstag im Parlament zu einem Ende der Übergriffe auf. Wut und Frust dürften keine Begründung dafür sein, Ausländer anzugreifen und ihr Eigentum zu plündern. Die Polizei sei angewiesen worden, rund um die Uhr für den Schutz der Einwanderer zu sorgen, sagte Zuma.

          Auf Demonstrationen und Blockaden sind zwar immer viele Menschen beteiligt, manchmal sticht aber doch ein Individuum aus der Masse heraus. So demonstriert dieser Grieche im Oktober 2012 nackt auf dem Syntagma-Platz in Athen gegen den Besuch von Kanzlerin Merkel in seiner Heimat. Bilderstrecke

          Auch der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat die zunehmende Verfolgung von Einwanderern in seinem Land entschieden verurteilt. Diese Hassverbrechen ähnelten den schlimmsten Auswüchsen der Apartheid, sagte Tutu der Zeitung „The Star“. In Johannesburg flohen in der Nacht mindestens 200 Ausländer in eine Polizeiwache, um sich vor einem Mob zu retten, der Häuser in Brand setzte und Geschäfte plünderte. 8500 Menschen sollen in Flüchtlingslagern Zuflucht gesucht haben, sagte ein Sprecher einer gemeinnützigen Organisation dem amerikanischen Fernsehsender CNN.

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