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Kamerun : Zahlreiche Tote nach doppeltem Selbstmordanschlag

  • Aktualisiert am

Tote und Verletzte werden von Hilfskräften vom Zentralmarkt der kamerunischen Stadt Maroua abtransportiert Bild: AFP

Im Norden Kameruns haben sich offenbar zwei Mädchen in die Luft gesprengt und dabei elf Menschen mit in den Tod gerissen. Das Attentat trägt eine bekannte Handschrift.

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          Bei einem doppelten Selbstmordanschlag im Norden Kameruns sind am Mittwoch elf Menschen getötet worden. Zwei Mädchen hätten sich auf dem Zentralmarkt der Regionalhauptstadt Maroua sowie in einem benachbarten Viertel in die Luft gesprengt, teilten die Behörden mit. Neben den beiden Attentäterinnen wurden bei dem Doppelanschlag, der möglicherweise von der Islamistengruppe Boko Haram verübt wurde, laut dem Präsidentenamt elf Menschen getötet und 32 weitere verletzt.

          Präsident Paul Biya verurteilte das „feige und unwürdige“ Attentat und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Zugleich rief der Staatschef die Bevölkerung zur „Wachsamkeit“ und zur engen Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften auf. Zuvor hatte der örtliche Gouverneur Midjiyawa Bakari der Nachrichtenagentur AFP gesagt, zwei Mädchen unter 15 Jahren hätten sich auf dem Zentralmarkt und in einem Viertel in die Luft gesprengt, das von der Volksgruppe der Haussa bewohnt ist.

          Zu dem Anschlag am Mittwoch bekannte sich zunächst niemand. Das Vorgehen ist dem der nigerianischen Islamistengruppe Boko Haram, die regelmäßig Frauen als Selbstmordattentäter einsetzt, aber ähnlich. Es handelt sich um den zweiten derartigen Anschlag in Kamerun binnen zehn Tagen. Erst am 12. Juli hatten sich zwei Frauen in Fotokol an der Grenze zu Nigeria in die Luft gesprengt und dabei mindestens Menschen in den Tod gerissen.

          In den vergangenen beiden Jahren verübte die Islamistengruppe Boko Haram wiederholt Überfälle im Norden Kameruns und entführte auch Menschen. Boko Haram ist zumeist zwar im Nordosten Nigerias aktiv, verübte zuletzt jedoch auch wiederholt Anschläge in den Nachbarländern Tschad, Niger – und eben auch Kamerun. Alle drei Länder beteiligen sich an einer regionalen Koalition zum Kampf gegen die Extremistengruppe, die im Norden Nigerias seit dem Jahr 2009 gegen den Staat kämpft. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 15.000 Menschen getötet. Durch den internationalen Militäreinsatz wurde Boko Haram zuletzt geschwächt, bleibt aber weiterhin fähig, Anschläge zu verüben.

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          Unser Autor: Martin Benninghoff

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