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Astra-Zeneca : Doch größere Risiken?

Astra-Zeneca ist unter den Impfwilligen sehr unbeliebt. Bild: Reuters

Bei Astra-Zeneca ist der Wurm drin: Weil es neue Fälle von Hirnvenenthrombosen gibt, sollen nur noch ältere Menschen mit dem Vakzin geimpft werden. Das Vertrauen wird auf die Probe gestellt.

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          Da kann man schon den Glauben verlieren. Denn irgendwie ist bei Astra-Zeneca der Wurm drin: Erst kann der Hersteller nicht die zugesagte Menge seines Corona-Impfstoffs in der EU ausliefern (in das Vereinigte Königreich liefert er von seinen europäischen Standorten aus schon). Dann wird die Impfung älterer Menschen in Deutschland nicht empfohlen; in mehreren europäischen Ländern wird sie ausgesetzt, nachdem Fälle von Hirnvenenthrombosen aufgetreten waren.

          Dann wird wieder geimpft; und jetzt, da weitere Fälle aufgetreten sind und Risiken wieder schärfer in den Blick kommen, wird geraten, das Astra-Zeneca-Vakzin nur noch an Menschen über sechzig Jahre zu verimpfen. Der Königsweg aus der Pandemie ist holprig; das Vertrauen wird auf die Probe gestellt.

          Engpässe, Nebenwirkungen, Abnehmerpriorisierung – einiges kommt zusammen, einiges hängt möglicherweise mit dem Tempo zusammen, mit dem der Impfstoff, der in den Vereinigten Staaten noch nicht zugelassen ist, auf den Markt gekommen ist. Biontech/Pfizer wiederum kommt seinen Verpflichtungen bisher nach.

          Erfüllen alle Hersteller ihre Zusagen, dürften bis zum Ende des 2. Quartals die meisten Erwachsenen in der EU eine erste Impfung erhalten haben. Das sollte Zuversicht geben. Aber Astra-Zeneca zeigt eben auch, wie schnell die Aussicht trübe werden kann. In Amerika wird schon vor einer vierten Welle der Pandemie gewarnt: Die Infektionszahlen steigen wieder.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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