Wem haben wir diese verwöhnte Literatur zu verdanken?
Wer sich nur für die Gegenwart interessiert, versteht sie nicht: Bericht von einer unterhaltsamen und auch zum Widerspruch reizenden Preisverleihung der Akademie für Sprache und Dichtung.
Müßiggang ist aller Laster Anfang: Wie es ist, Georg Büchners „Leonce und Lena“ nachts in der Berliner Ringbahn zu lesen, während draußen der Wald brennt.
Wer sich nur für die Gegenwart interessiert, versteht sie nicht: Bericht von einer unterhaltsamen und auch zum Widerspruch reizenden Preisverleihung der Akademie für Sprache und Dichtung.
Was haben das alte Bettgestell eines Kleinbauern und Georg Büchner miteinander zu tun? Dieses Gedicht bekennt sich zu Literatur aus plebejischer Perspektive und der Botschaft des „Hessischen Landboten“.
Der Theologe Friedrich Ludwig Weidig gab Georg Büchners Flugschrift „Der Hessische Landbote“ heraus und starb in Gefangenschaft. Dass nun ein Verteidigungsschreiben von ihm zur Auktion kommt, ist eine kleine Sensation.
Die Literatur greift nicht nur auf das Gute zurück, um moralische Ordnungen aufzubrechen. Eine Leichenöffnung des Lasters – von Schillers Räuberhauptmann bis zu Musils Prostituiertenmörder.
Fällt der Name Liebknecht, ist meistens von Karl die Rede. An seinen Vater Wilhelm denken die Wenigsten. Dabei wirkt der vor 200 Jahren in Gießen geborene Journalist, Politiker und Lehrer nicht nur als SPD-Gründer nach.
Alban Bergs „Wozzeck“ wird an der Oper Graz durch die Regie von Evgeny Titov und den Dirigenten Vassilis Christopoulos zu einem Glanzstück.
Die Ausstellung zu Friedrich Ludwig Weidig im Butzbacher Stadtmuseum ist mithilfe moderner Technik neu gestaltet worden. Möglich hat dies auch die Stiftung Orte der Demokratiegeschichte gemacht.
Zarte Stiche ins Herz der Gegenwart: Stefan Pucher arbeitet am Staatstheater Wiesbaden weiter an Büchner. Nun zeigt er „Leonce und Lena“ als zwei hinreißende Egozentriker mit gefährlichen Neigungen.
Hundert Jahre nach ihrer Uraufführung ist Alban Bergs Oper „Wozzeck“ wieder an der Staatsoper Unter den Linden zu sehen. Ein Gespräch mit der Regisseurin Andrea Breth über die existenziellen Themen des Stoffs.
Vor 100 Jahren wurde die Oper „Wozzeck“ von Alban Berg uraufgeführt und wider Erwarten ein durchschlagender Erfolg. In ihr verschmolzen Härte und Gesanglichkeit. In Berlin ist sie nun wieder zu erleben.
Luise Büchner war nicht nur die Schwester von Georg, sie war auch eine Autorin eigenen Rechts: eine Mitdenkerin. Warum wird sie so wenig gewürdigt?
Die Frankfurter Schüler-Union hält Kleist für versetzungsgefährdet und fordert „Woyzeck“ als Pflichtlektüre für die Oberstufe. Auch sonst tritt sie mit bemerkenswerten Einschätzungen hervor.
Georg Büchners Fragment „Woyzeck“ soll nicht mehr zum Abiturstoff in Hessen gehören. Die Schülerunion Frankfurt findet das falsch, und sie nennt gute Gründe.
Der Literaturhistoriker Hans Mayer veröffentlichte 1975 das Buch „Außenseiter“. Wie liest es sich heute, im Licht unserer Debatten über Diversität und Marginalität?
Am Darmstädter Staatstheater verfolgt Intendant Karsten Wiegand in Alban Bergs Oper „Wozzeck“ ein gewagtes Regiekonzept: Die Titelfigur agiert ganz allein auf der Bühne. Das gerät eindringlich.
Man brüllt sich so durch: Frank Castorf inszeniert „Dantons Tod“ von Georg Büchner und „Der Auftrag“ von Heiner Müller als Revolutionsalbtraumcollage in Dresden.
Mats Ek, geboren am Ende des Zweiten Weltkriegs, revolutioniert seit Jahrzehnten die Choreographie. Seine Werke verbinden Alltag und Emotionen auf eindrucksvolle Weise. Heute wird er achtzig Jahre alt.
Ein ungeheuer aktueller Büchner: Abdul Aziz Al Khayat ist Woyzeck, wütend, zweifelnd, überfordert. Damit gelingt dem Team um Regisseur Stefan Pucher ein Sprung ins Heute, der für alle funktionieren kann.
Georg Büchners Bruch- als Bravourstück: Enrico Lübbe inszeniert „Woyzeck“ am Leipziger Schauspiel - mit viel Musik und einer neuen Anordnung.
Zum Abschluss der 29. Woche jungen Schauspiels geht der Günther-Rühle-Preis an Jonas Dumke vom Theater Aachen und Eren Kavukoglu vom Schauspiel Essen.
Von einer Bühne, die im Hessischen Ried mit kargen Mitteln seit 15 Jahren bemerkenswertes politisches Volkstheater macht: Die Büchnerbühne setzt jetzt auf Stücke, die en suite gespielt werden – wie Dario Fos „Bezahlt wird nicht!“.
Frankfurt sollte in der Diskussion um das Haus der Demokratie weniger Nabelschau betreiben, meint Butzbachs Bürgermeister. Andere Orte, die mit Büchner und Weidig zu tun haben, müssten einbezogen werden.
Schumann-Lieder nach Heine, gerahmt von Fragmenten aus Büchners „Woyzeck“: Beim Hamburger Heine-Fest in der Elbphilharmonie bringen Ian Bostridge und die Compagnia di Punto ein Konzertexperiment zur Aufführung.
Revolution? Gern, aber wozu? Freiheit? Ja, aber wovon? Johan Simons inszeniert „Dantons Tod“ am Wiener Burgtheater und wagt einiges mit seiner radikalen Interpretation.
Der Wandertipp führt ins hessische Ried zum Geburtstort des hessischen Revolutionärs und Dichters Georg Büchner im Riedstädter Stadtteil Goddelau.
Lutz Seiler spannt in seiner Dankesrede für den Georg-Büchner-Preis einen Bogen vom Menschenexperiment des „Woyzeck“ zum Atomzeitalter, in dem er trotz allem romantisch nach Halt sucht.
Das Staatstheater Mainz zeigt Büchners „Woyzeck“ in einer äußerst freien und gegenwärtigen Bearbeitung ohne gesprochene Dialoge.
Da muss man gar nicht mehr den Stecker ziehen: Das Berliner Ensemble eröffnet mit einem neuen Stück von Sibylle Berg und Büchners „Woyzeck“ in der Inszenierung des überschätzten Ersan Mondtag.
Dieses ist der dritte Streich: Andreas Eikenroth führt seine Büchner-Comicadaptionen mit „Dantons Tod“ weiter.
Im Zeichen der Revolution: Ulrich Rasche inszeniert Georg Büchners Lustspiel „Leonce und Lena“ in Berlin als düsteres Umsturzdiorama und wagt dabei den Klassenkampf.
Die erste Preisträgerin, deren Muttersprache nicht Deutsch ist: Wie die Schriftstellerin Emine Sevgi Özdamar in Darmstadt den Georg-Büchner-Preises entgegennimmt.
In ihrem persönlichen Himmel leuchtet Georg Büchner. Emine Sevgi Özdamar dankt dem jung verstorbenen Schriftsteller bei der Verleihung in Darmstadt.
Psychedelischer Horrortrip: Lucia Bihler inszeniert Georg Büchners „Woyzeck“ am Schauspielhaus Hamburg mit beeindruckenden Bildern, aber ohne viel Tiefgang.
Grenzen spielen für sie keine Rolle, weder künstlerisch noch geographisch: Die Schriftstellerin Emine Sevgi Özdamar erhält den Büchnerpreis 2022. Ein Gespräch über den Sound und die Weite ihrer Welt – und ihr Leben in und mit Büchner.
An der Wiener Staatsoper weiß der Regisseur Simon Stone nicht so recht, wo er mit Alban Bergs „Wozzeck“ hin will. Christian Gerhaher in der Titelrolle feilt vorbildlich am Text, aber man hört ihn kaum.