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Migration und Fundamentalismus : Erwacht aus einem bösen Traum

Das Aufnahmelager am Tempelhofer Flughafen in Berlin war für geflüchtete Frauen ein zumutungsreicher Ort Bild: Reto Klar

Eine palästinensische Christin erhoffte sich von Deutschland ein Leben in Freiheit. Schockiert erkennt sie, dass sie hierzulande demselben Fundamentalismus begegnet, vor dem sie geflohen ist.

          6 Min.

          Als Hayat im September 2016 deutschen Boden betritt, glaubt sie in der Freiheit angekommen zu sein. „Es war wie ein Traum. Ich war hier. Ich war in meinem Leben zum ersten Mal wirklich frei“, sagt sie. Ein Strahlen huscht über ihr Gesicht. Wenig später besucht sie den Integrationskurs. „Warum bist du hier? Du bist eine Frau, geh nach Hause“, geht sie ein Mann an. „Es ist besser, wenn du fastest, du bist so fett“, sagt ein anderer, es ist gerade Ramadan. Hayat kommt aus Gaza. Sie ist palästinensische Christin. Kein religiöses Gesetz befiehlt ihr das Fasten.

          Thomas Thiel
          (tth), Feuilleton

          Hayat heißt nicht Hayat. Aus Angst vor Repression und aus Furcht, ihren Duldungsstatus zu verlieren, will sie ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. Wie will sie heißen? „Hayat“. Hayat heißt Leben. Hayat steht jetzt vor einem Café in Berlin-Kreuzberg. Sie hat langes, schwarzglänzendes Haar, geschmückt mit einem roten Band, und einen offenen Blick. Als Irene Kosok kommt, umarmt man sich herzlich. Kosok ist bereit, ihren Namen zu nennen. „Es muss an die Öffentlichkeit, es darf nicht totgeschwiegen werden. Ich ertrage diese Ignoranz den unschönen Realitäten gegenüber nicht länger.“

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