FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);NS-Verfolgte in den USA :
Der Stammtisch der Überlebenden

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Gaby Glückselig, Marion House und Miriam Merzbacher im Jahr 2013
Gaby Glückselig, Marion House und Miriam Merzbacher im Jahr 2013Shani Bar On

82 Jahre, mehr als tausend Namen in den Gästebüchern: Der Stammtisch der NS-Verfolgten in New York war ein Ort generationenübergreifender Freundschaft – jetzt hat er sich aufgelöst. Eine Reportage über Erinnerung und Abschied.

„Damit ist der letzte Stammtisch eröffnet.“ Thomas Strasser lässt eine kleine Messingglocke klingeln. In seiner Wohnung in Inwood, am äußersten nördlichen Zipfel von Manhattan, haben sich knapp zehn Gäste eingefunden, dazu ein Reporter der „New York Times“ und ein Fotograf. Am Zoom-Bildschirm sind es mehr als dreißig Teilnehmer, in Deutschland, Österreich, Israel und in Jamaika. Sie, wir wollen uns von dem berühmten Stammtisch der NS-Verfolgten und Holocaust-Überlebenden verabschieden, den es seit 1943 gab. Thomas kommt ursprünglich aus Salzburg und unterrichtet Physik am äußersten südlichen Zipfel von Manhattan. Eine Ära gehe zu Ende, sagt der Einundfünfzigjährige, und ein wichtiger Teil seines Lebens.

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