Schweden-Wahl : Es geht um viel mehr
In Schweden hat die Wahl ein grundlegendes Misstrauen zu Tage gefördert: Die Wähler rücken von den etablierten Parteien ab, die Risse innerhalb der Gesellschaft werden erkennbar. Die zentrale Frage: Was tun mit den Schwedendemokraten?
Auch wenn man ein Erdbeben erwartet, kann man weder vorhersehen, wie groß der Schaden sein wird, noch wo sich die Risse auftun. So war es auch am Wahlabend in Schweden. Die Rechtspopulisten sind so stark geworden wie nie zuvor, die Sozialdemokraten wurden gedemütigt, und auch die bürgerlichen Moderaten mussten leiden. So dramatisch, so erwartbar. Aber was nun?
Auch wenn im Wahlkampf plötzlich viele Parteien über die Themen sprachen, welche die Schwedendemokraten einst exklusiv für sich hatten – von den Grenzen der Einwanderung bis zu den Problemen der Integration –, konnte das den Rechtspopulisten nicht schaden. Im Gegenteil. Sie beanspruchten das einfach als Erfolg für sich, und stellten die Glaubwürdigkeit der anderen in Zweifel. Doch macht das Ergebnis vom Sonntag deutlich, dass es noch um viel mehr geht.
Es geht um ein grundlegendes Misstrauen, die Wähler rücken von den etablierten Parteien ab. Das sind die Risse, das sind die Verwerfungen. Geschwächt müssen die Parteien nun Wege finden, um stabil regieren zu können. Und vor allem müssen sie die Frage klären, ob man die Schwedendemokraten wirklich weiter isolieren darf. Das wird die schwierigste Diskussion. Und Nachbeben sind dabei zu erwarten.









