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Schwedendemokrat Åkesson : Der Aufmischer

Jimmie Åkesson von den Schwedendemokraten: Ein Rechtspopulist durch und durch Bild: Reuters

Vom Widerstand gegen die EU angezogen: Der Vorsitzende der Schwedendemokraten, Jimmie Åkesson, ist kein hetzender Rechtspopulist. Nach einem Burnout führt er seine Partei mit ruhiger, aber nicht nachlassend scharfer Rhetorik, zu ihrem größten Erfolg.

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          Erfolg kann zu einer Belastung werden. Als die Schwedendemokraten 2014 mit fast 13 Prozent zum zweiten Mal in den Reichstag einzogen, fragten sich viele, was sie damit machen würden, was werde nun ihr Vorsitzender Jimmie Åkesson tun. Der aber verschwand für einige Monate von der Bildfläche. Er wurde wegen eines Burnouts krankgeschrieben. Ein Bild zeigte einen müde wirkenden Åkesson im Schaukelstuhl. Die Frage war nun: Wie sollte es mit seiner Partei ohne ihn weitergehen? Åkesson kam zurück, behielt seinen Vorsitz, reiste auch in diesem Wahlkampf durch das ganze Land – und hat die Rechtspopulisten zum nächsten Erfolg geführt.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Die Schwedendemokraten sind zu einem mächtigen Faktor in der schwedischen Politik aufgestiegen. Dieser Erfolg ist eng verbunden mit ihrem Vorsitzenden. Åkesson wurde 1979 nahe Sölvesburg in der schwedischen Provinz geboren, er führt die Partei bereits seit 2005. Damals war sie noch winzig, vom Einzug in den Reichstag weit weg. Nur in den Kommunen hatten sie schon Mandate errungen. Åkesson hatte es in seiner Schulzeit kurz bei den bürgerlichen Moderaten versucht. Bereits 1994 soll er erste Kontakte zu Schwedendemokraten gehabt haben. Ihr Widerstand gegen die EU habe ihn angezogen, schrieb er jüngst.

          Die Schwedendemokraten waren 1988 gegründet worden. Unter ihren Mitgliedern gab es viele, die zuvor in rechtsextremen oder rassistischen Gruppen aktiv gewesen waren. Åkesson gründete in Sölvesburg mit Gleichgesinnten einen Jugendverband der Schwedendemokraten. Wie die schwedische Zeitschrift „Expo“ schreibt, fiel eine Frau, die dabei mithalf, 1996 dadurch auf, dass sie im Nazi-Uniform Bücher verbrannte. Mit 19 Jahren wurde Åkesson für die Schwedendemokraten in das Kommunalparlament gewählt.

          Eine Grundlage für seine Macht in der Partei legte er während seines Studiums in Lund, einer der angesehensten Universitäten des Landes. Dort fand sich unter seiner Führung eine Vierergruppe zusammen, die noch heute an der Spitze der Partei zu finden ist. So vertrat ihn während seiner Krankheit Mattias Karlsson, er gilt als Chefideologe und führt die Fraktion. Als Åkesson die Partei übernahm, wurde sie professioneller, trat biederer auf. Aus dem Logo verschwand die Faust mit der Fackel, sie wurde durch eine Blume ersetzt. Seit einigen Jahren verfolgt die Partei eine „Null-Toleranz-Politik“ gegen rassistische Ausfälle ihrer Mitglieder, mehrere Ausschlüsse folgten.

          Åkesson wurde das Gesicht der Partei und des Erfolges. Mit seinem eher zurückhaltenden Auftreten gibt er den Kümmerer, den Bewahrer des schwedischen Modells und der schwedischen Kultur. Er ist kein lauter Hetzredner, seine Worte entfalten aus der Ruhe heraus ihre Wirkung. An Schärfe aber fehlt es ihnen nicht. Das Kerngeschäft der Partei ist der Kampf gegen die Einwanderung und die etablierten Parteien geblieben, obschon sie spätestens jetzt selbst etabliert sind. Åkesson lebt mit seiner Verlobten Louise Erixon und dem gemeinsamen Sohn noch immer in der schwedischen Provinz. Erixon hat dort die Partei in die Kommunalwahl geführt.

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