https://www.faz.net/-gpf-9e759

Rechtspopulismus in Schweden : Ein giftiger und polarisierter Wahlkampf

Der Schwedendemokrat Jimmie Åkesson auf Wahlkampf im südschwedischen Landskrona Ende August Bild: AFP

Wie soll eine stabile politische Regierung nach der Wahl in Schweden aussehen? Ein Frage, die im Wahlkampf offen geblieben ist. Mindestens 20 Prozent dürften die Rechtspopulisten erhalten.

          4 Min.

          Die leichteste Frage habe sie sich bis zum Schluss aufgehoben, sagt die Moderatorin und muss dabei selbst etwas schmunzeln. In einem langgestreckten Saal mitten in Stockholm sind die Vorsitzenden der schwedischen Reichtagsparteien zusammengekommen, um ein letztes Mal gemeinsam für das schwedische Radio über die Wahl zu diskutieren. Ministerpräsident Stefan Löfven von den Sozialdemokraten und sein Herausforderer Ulf Kristersson von den bürgerlichen Moderaten haben sich nichts geschenkt, seit fast 90 Minuten stehen sie nun schon da an ihren kleinen Tischen. Eng daneben die Tischchen der Vorsitzenden der sie unterstützenden Parteien, zwei Blöcke stehen sich gegenüber.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Allein in der Mitte steht nur der Mann, um den sich so viel dreht bei dieser Wahl – und der es mit seiner Partei allen schwermacht, ebendiese scheinbar so leichte Frage ganz am Ende der Debatte zu beantworten: Wie soll eine stabile Regierung nach der Wahl überhaupt aussehen? Die Moderatorin hakt also nach. Es wird von einer ganz neuen Situation gesprochen in der schwedischen Politik, einer komplizierten Lage. Eine überzeugende Antwort erhält das Publikum nicht. Und Jimmie Åkesson sagt nicht einmal etwas dazu.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung

          : blackweek20

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Wenn ein Siegertyp verliert : Trump, das Opfer

          Der Präsident wird das Weiße Haus rechtzeitig verlassen. Aber er wird niemals eingestehen, dass er die Wahl verloren hat. Denn er hat immer schon Lügen in neuen Lügen erstickt.
          Wie tief reicht die Harmonie wirklich? Robert Habeck und Annalena Baerbock auf dem digitalen Bundesparteitag im November 2020

          Die Grünen und die K-Frage : Habeck oder Baerbock?

          Die Grünen sind zufrieden mit sich. Doch irgendwann müssen sie klären, ob sie einen Kanzlerkandidaten aufstellen und wer von beiden Vorsitzenden das sein soll. Ein Stimmungsbild.

          Pressefreiheit in Frankreich : Macrons Doppelmoral

          Es ist gut, dass der französische Präsident Karikaturen gegen Zensurversuche im Namen der „politischen Korrektheit“ verteidigt. Doch er wäre glaubwürdiger, wenn er die Pressefreiheit nicht an anderer Stelle selbst einschränken würde.