Prager Revolution : Frühlingsende

Tschechen und Slowaken stellten sich vor fünfzig Jahren gewaltfrei der Invasion des Warschauer Paktes entgegen. Für einige Tage waren sie stärker als die Panzer der Okkupationstruppen.
Am Morgen des 21. August 1968 berichtete das tschechische Radio live in eigener Sache: „Dem Rundfunk nähern sich Einheiten, die anfangen, scharf zu schießen. Am Haus gegenüber sind Einschüsse zu sehen.“ Rings um das Rundfunkgebäude im Zentrum von Prag hatten sich Menschen versammelt, um die sowjetischen Truppen am Vorrücken zu hindern: Sie errichteten Barrikaden aus Bussen, stellten sich Panzern in den Weg, versuchten, mit den Soldaten zu diskutieren. Ihr Widerstand wurde mit Gewalt gebrochen. 17 Menschen wurden dabei getötet – erschossen oder von Militärfahrzeugen überrollt. Gegen neun Uhr stürmten sowjetische Soldaten mit Maschinenpistolen in die Studios. Eine Technikerin hatte noch eine Platte mit der Hymne der Tschechoslowakei auflegen können, dann verstummte der Sender – aber nur für einige Stunden.
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