Fall Timoschenko :
Zwei Welten in einem winzigen Gerichtssaal

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„Habt keine Angst“ sagt Julija Timoschenko zu ihren Anhängern
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Die ukrainische Oppositionsführerin Julija Timoschenko ist wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Wie an den vergangenen Verhandlungstagen ignorierte sie das Gericht und wandte sich stattdessen an das Volk.

Der Zugang zum Bezirksgericht Kiew-Petschersk führt über einen dunklen Durchgang, dann durch einen winkligen Hinterhof und am Ende durch eine braungestrichene Blechtür. Der Gerichtssaal ist winzig und überfüllt, und Julija Timoschenko, Führerin der demokratischen Revolution von 2004, später Ministerpräsidentin und nach der Wiederkehr des Ancien Régime von Viktor Janukowitsch nach Ansicht der Europäischen Union eine politische Gefangene, betritt ihn zwei Minuten vor dem Richter. Sie wird begleitet von ihrem Mann und ihrer Tochter Eugenia Carr, die zu ihrem Verteidigungsteam gehört. Sie trägt strahlendes Milchweiß. Ihr Markenzeichen, der blonde Haarkranz, ist auch nach zwei Monaten Haft in ihrer mit drei weiteren Gefangenen besetzten 16-Quadratmeter-Zelle im berüchtigten Kiewer "Untersuchungsisolator" akkurat geflochten. Nur ein breiter Streifen dunklen Haares am Scheitel verrät, dass ein ukrainisches Gefängnis nicht der Ort ist, an dem man sich so einfach die Haare nachblondieren lassen kann.

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