Spanien : Geld und Gegenwelt

Im spanischen Parlament verteidigt sich Regierungschef Mariano Rajoy gegen die Vorwürfe über schwarze Kassen und Zweitgehälter. Ruhe dürfte nicht einkehren.
Es war die letzte große Redeschlacht im spanischen Parlament vor der Sommerpause. Lächelnd erhob sich Ministerpräsident Mariano Rajoy um neun Uhr morgens von der Regierungsbank, prüfte, ob sein Krawattenknoten saß und ging dann am Rednerpult sogleich zum Angriff über. Zum ersten Mal nach sechs Monaten rhetorischer Pirouetten sprach er den Namen „Luis Bárcenas“ aus, um - bis zu einem Beweis des Gegenteils - alle Anschuldigungen des ehemaligen Schatzmeisters der Regierungspartei über schwarze Kassen und schwarze Zweitgehälter als infame Lügen zurückzuweisen. Davon unbeeindruckt konterte der sozialistische Oppositionsführer Alfredo Pérez Rubalcaba mit dem Vorwurf, hier lüge nur der Regierungschef. Und weil er damit Spanien und seiner Demokratie schon genug geschadet habe, müsse er jetzt zurücktreten.





