Frattini: Nato soll Flüchtlinge aus Seenot retten
F.A.Z. FRANKFURT, 5. August. Nach einem neuerlichen Flüchtlingsdrama mit angeblich 100 Toten vor der Mittelmeerinsel Lampedusa fordert Italien Auskunft über die Rolle eines Nato-Schiffes. Nach Berichten über unterlassene Hilfeleistung ...
F.A.Z. FRANKFURT, 5. August. Nach einem neuerlichen Flüchtlingsdrama mit angeblich 100 Toten vor der Mittelmeerinsel Lampedusa fordert Italien Auskunft über die Rolle eines Nato-Schiffes. Nach Berichten über unterlassene Hilfeleistung verlangte Außenminister Franco Frattini zudem, das Mandat der Nato-Schiffe vor Libyen zu ändern; Flüchtlinge in kaum seetüchtigen Booten sollten unter die UN-Resolution zum Schutz von Zivilpersonen in Libyen fallen, die Grundlage des Nato-Einsatzes ist. Auch das UN-Flüchtlingshochkommissariat forderte verstärkte Rettungsbemühungen. Überlebende eines in Libyen in See gestochenen Kutters hatten bei der Ankunft auf Lampedusa berichtet, dass sie mit Motorschaden vor der libyschen Küste gelegen hätten. Trotz eines Notrufs habe ein 30 Seemeilen entferntes Nato-Schiff nicht reagiert. Die Insassen sahen sich nach eigenen Angaben gezwungen, rund 100 Leichname von Mitreisenden über Bord zu werfen, bevor sie von der italienischen Küstenwache am Donnerstag gerettet wurden. (Siehe Seite 5.)





