BND in Nahost : Vier Zentren und ein Führer

Bei der Hizbullah herrscht das Führerprinzip, bei der Hamas eine Kollektivführung - was es dem BND so schwer machte, die Schalit-Verhandlungen zu Ende zu führen.
Die Überraschung war groß. Eigentlich hatte beim Bundesnachrichtendienst kaum noch jemand damit gerechnet, dass Gilad Schalit noch in diesem Jahr freikommen würde. Im Januar war ein letzter Versuch unter Beteiligung des Leiters des BND-Leitungsstabs, Gerhard Conrad, gescheitert, israelische und palästinensische Unterhändler zu einer Einigung zu bewegen. Auch die Kampagne zum fünften Jahrestag der Entführung des israelischen Soldaten am 25. Juni verstrich, ohne dass Schalit freigelassen worden wäre. Angesichts des andauernden Aufstands gegen Präsident Assad in Syrien, wo Hamas-Politbürochef Khaled Meschal seinen Sitz hat, und der unklaren Lage in Ägypten acht Monate nach dem Sturz Husni Mubaraks hielt man die Erfolgschancen im Hauptstadtsitz des Auslandsgeheimdienstes in Berlin-Lichterfelde Anfang Oktober für äußerst gering.





