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Lawrow in Ankara : Russland tritt an Erdogans Seite

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Russlands Außenminister Sergej Lawrow (links) schüttelt dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Dienstag in Ankara die Hand. Bild: dpa

Keine zwei Tage Finanzkrise in der Türkei hat es gedauert, bis der russische Außenminister in Ankara ankommt. Russland und Erdogan haben einen gemeinsamen Feind: Amerikas Präsidenten Donald Trump.

          Russland und die Türkei haben nach neuen amerikanischen Sanktionen und Strafzöllen gemeinsam die Politik der Vereinigten Staaten scharf kritisiert. „Diese Politik darf nicht fortgesetzt werden“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Besuch in Ankara am Dienstag. „Wir sehen die Verschärfung von Sanktionen als nicht legitime Politik“, sagte Lawrow. Amerika wolle den Ton in internationalen Angelegenheiten ohne Abstimmung mit anderen Staaten vorgeben.

          Beide Länder sind von neuen Sanktionen durch die Vereinigten Staaten betroffen. In der vergangenen Woche hatte Washington sowohl Strafmaßnahmen gegen Moskau als auch gegen Ankara verhängt. Im Fall der Türkei verdoppelte Präsident Donald Trump Strafzölle auf Stahl- und Aluminium-Lieferungen aus der Türkei. Die Türkische Lira, die seit Monaten schwächelt, ging daraufhin in den freien Fall.

          Dollar nicht mehr „vertrauenswürdig“

          Der türkische Finanzminister Berat Albayrak sprach auf einer Konferenz in Ankara von einem Angriff auf die türkische Wirtschaft. Dieser zeige, dass der Dollar nicht länger eine „vertrauenswürdige“ Währung sei und stattdessen als Werkzeug für politische Bestrafung missbraucht werde, sagte Albayrak der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge. „Wir werden weitere Schritte unternehmen, um die Lira zu schützen.“ Albayrak nahm gemeinsam mit Präsident Recep Tayyip Erdogan an der Konferenz teil.

          Während der gemeinsamen Pressekonferenz mit Lawrow forderte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu, dass die „Ära der Schikanen“ enden müsse. Die Vereinigten Staaten würde nur respektiert werden, „wenn sie anderen Ländern und ihren Bedenken zuhören und alle als gleich ansehen“.

          Vor der Pressekonferenz hatte Lawrow sich mit Cavusoglu getroffen. Über den Inhalt des Gesprächs wurde zunächst nichts bekannt. In einer Mitteilung des russischen Außenministeriums hatte es zuvor geheißen, die beiden Minister wollten vor allem einen Syriengipfel in Ankara am 7. September vorbereiten. An dem vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan angeregten Gipfel sollen Deutschland, Frankreich, die Türkei und Russland teilnehmen.

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