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Panama Papers : Auch viele Deutsche nutzten Briefkastenfirmen

  • Aktualisiert am

Die Deutsche Bank soll bis 2007 mehr als 400 Offshore-Firmen aufgesetzt haben. Bild: dpa

Mehrere tausend Deutsche sollen die Briefkastenfirmen von Mossack Fonseca genutzt haben. Sechs der sieben größten deutschen Kreditinstitute haben über tausend Briefkastenfirmen gegründet oder sie für ihre Kunden verwaltet.

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          Der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge nutzten mindestens 28 deutsche Banken in den vergangenen Jahren die Dienste der Kanzlei Mossack Fonseca aus Panama. Insgesamt hätten die Geldhäuser, darunter sechs der sieben größten Kreditinstitute, bei dem Offshore-Dienstleister mehr als 1200 Briefkastenfirmen gegründet oder verwalteten sie für ihre Kunden, berichtete die „SZ“ vorab aus ihrer Dienstagsausgabe.

          Allein die Deutsche Bank habe bis zum Jahr 2007 mehr als 400 Offshore-Firmen aufgesetzt, schreibt das Blatt unter Berufung auf die „Panama Papers“. Die Unterlagen, die der „Süddeutschen Zeitung“ zugespielt worden waren, zeigten zudem, dass mehrere Tausend Deutsche die Briefkastenfirmen von Mossack Fonseca genutzt hätten. Als Vermittler seien nicht nur deutsche, sondern auch ausländische Banken aufgetreten.

          Weltweit haben laut „SZ“ mehr als 500 Banken die Dienste von Mossack Fonseca genutzt, darunter sehr viele namhafte Geldhäuser. Sie orderten bei der Kanzlei aus Panama insgesamt mehr als 15.600 Briefkastenfirmen. Dies ergaben Recherchen des Internationalen Konsortiums für Investigative Journalisten (ICIJ), das zusammen mit der „Süddeutschen Zeitung“ die gemeinsame Arbeit von weltweit 400 Journalisten organisiert hat, die die „Panama Papers“ auswerten. 

          Geschäft mit Briefkastenfirmen weitgehend abgegeben?

          In Deutschland nutzten demnach neben der Deutschen Bank insbesondere die Dresdner Bank, die Commerzbank und die BayernLB die Dienste von Mossack Fonseca. Auch andere Landesbanken bedienten sich der Dienste des Offshore-Dienstleisters.

          Die beteiligten Banken betonen, dass sie ihre Geschäftspolitik schon in den vergangenen Jahren geändert hätten. Die Commerzbank erklärte der „SZ“, sie habe ab 2008 „konsequent umgesteuert“. Die BayernLB teilte mit, sie habe das Privatkundengeschäft der Luxemburger Tochter 2013 verkauft. Zuvor hatte sie über Luxemburg mindestens 129 Briefkastenfirmen verwaltet. Die BayernLB kündigte auf „SZ“-Anfrage zusätzlich zu einer früheren Prüfung eine weitere Untersuchung an.

          Die Deutsche Bank erklärte zu den Briefkastenfirmen, die sie vermittelt haben soll, gegenüber der „SZ“, sie gebe „grundsätzlich keine Auskunft zu möglichen oder tatsächlichen Geschäftsbeziehungen“. Seit November 2015 lehne die Bank es aber ab, „Kunden in bestimmten Orten und Kundengruppen mit höheren Risikoprofilen“ aufzunehmen.

          Rund 50 der einst 400 Briefkastenfirmen, die von der Deutschen Bank geordert wurden, sind laut den „Panama Papers“ noch aktiv, allerdings wird die Bank bei den meisten nicht mehr als Vermittler geführt; sie hat dieses Geschäft weitgehend abgegeben.

          Konten auf den Bahamas und in der Schweiz

          Die Panama Papers werfen zudem ein neues Licht auf den Skandal um die schwarzen Kassen bei Siemens. Die Unterlagen sowie ergänzende Recherchen legten den Verdacht nahe, dass ehemalige Siemens-Manager einen Teil des Geldes, das sie einst in schwarzen Kassen in Lateinamerika verwaltet haben, nach Bekanntwerden der Affäre im November 2006 nicht an den Konzern zurückgeführt hätten, schreibt die Zeitung.

          Stattdessen wurden offenbar fast drei Millionen Euro auf private Konten unter anderem auf den Bahamas und in der Schweiz gelenkt. Einer der beteiligten Ex-Siemens-Manager bestätigte laut „SZ“, dass das Konto auf den Bahamas ihm gehörte; andere Fragen zu den Geldtransfers ließ er aber unbeantwortet. Siemens versicherte, man kenne die Vorgänge nicht.

          Zu den Kunden von Mossack Fonseca gehört den Enthüllungen zufolge auch eine der schillerndsten Persönlichkeiten Deutschlands: der Privatagent Werner Mauss, der im Auftrag von Regierungen und Geheimdiensten aus vielen Ländern tätig war.

          Er führte bei Mossfon offenbar zwölf Offshore-Firmen - und zwar unter dem Tarnnamen Claus Möllner, wie die Zeitung weiter schreibt. In einem Gespräch mit der „SZ“ habe Mauss gesagt, dass nicht alle dieser Gesellschaften ihm gehören würden. Manche habe er privat, andere in seiner Tätigkeit als Privatagent genutzt. Diese seien alle bei den zuständigen Behörden gemeldet.

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