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Bankenkrise in Italien : Deutsche-Bank-Ökonom fordert Milliardenprogramm für Europas Banken

  • Aktualisiert am

Die Bank Monte dei Paschi di Siena steckt tief in der Krise. Bild: dpa

Den Banken in Italien geht es schlecht. Der Chefökonom der Deutschen Bank will, dass wieder der Steuerzahler einspringt.

          Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank fordert ein 150 Milliarden Euro schweres EU-Programm zur Bankenrettung. „Man wird nicht umhinkommen, ein größeres Programm zur Rekapitalisierung der Banken aufzulegen“, sagte David Folkerts-Landau der „Welt am Sonntag“.

          Die Vereinigten Staaten hätten dies 2008 mit einem mehrere hundert Milliarden Dollar unfassenden Plan vorgemacht. Für Europa müsse es nicht so viel Geld sein. „Mit 150 Milliarden Euro lassen sich die europäischen Banken rekapitalisieren.“

          In Europa drohe den Banken eine langsame, langfristige Abwärtsspirale. Die Institute säßen auf notleidenden Krediten im Volumen von zwei Billionen Euro. Die EZB-Strafzinsen belasteten die Finanzindustrie, und die niedrigen Aktienkurse machten es sehr schwer, frisches Eigenkapital am Markt zu besorgen. „Wir erleben Krisen in immer kürzeren Abständen. Und ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wo Wachstum herkommen soll.“

          „Sich an die Regeln zu halten würde Schaden anrichten“

          Besondere Aufmerksamkeit erfordere Italien, sagte Folkerts-Landau. Dort steige die Schuldenquote weiter, und die Banken des Landes hätten notleidende Kredite von 350 Milliarden Euro in ihren Büchern. „Aber das dürfte eher eine Untergrenze sein.“

          Die neue EU-Bankenrichtlinie erlaube eine gewisse Flexibilität, erklärte der Ökonom. „So dürfen Staaten den Instituten unter bestimmten Voraussetzungen und für eine sehr limitierte Zeitspanne Kapital zur Verfügung stellen.“ Die Richtlinie verlange aber, dass zunächst die privaten Eigentümer und Gläubiger für acht Prozent der Zahlungsverpflichtungen aufkämen, bevor der Staat einspringen dürfe.

          Die Europäische Union hat sich darauf verständigt, dass erst private Gläubiger und Aktionäre für die Verluste einer Bank aufkommen, bevor der Staat einspringt. Das findet Bankökonom Folkerts-Landau nicht gut. In Italien träfe das viele private Sparer und könnte einen Ansturm der Kunden auf die Banken auslösen. „Sich streng an die Regeln zu halten würde größeren Schaden anrichten, als sie auszusetzen“, sagt der Bankökonom.

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