Eurokrise : Hilfskredite ersparen den Griechen 8,5 Milliarden

Europa hat Griechenland seine Hilfskredite zu niedrigen Zinsen gegeben. Davon hat das Land kräftig profitiert.
Griechenland hat 2013 aufgrund der Kredite des Euro-Krisenfonds EFSF eine Zinsersparnis von 8,5 Milliarden Euro gehabt, was 4,7 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Dies geht aus Berechnungen im Jahresbericht des EFSF-Nachfolgers ESM hervor, der am Donnerstag in Luxemburg vorgelegt wurde.
Die Berechnungen beruhen auf einem Vergleich der EFSF-Zinsen mit einem theoretisch ermittelten Marktzins. Für die anderen Staaten, die vom EFSF und ESM Kredite erhalten, fiel die Zinsersparnis deutlich geringer aus. Für Spanien betrug sie laut ESM 2,4 Milliarden Euro, das sind 0,2 Prozent des BIP, für Portugal 1,3 Milliarden Euro (0,8 Prozent), für Irland 0,7 Milliarden Euro (0,4 Prozent) und für Zypern 0,2 Milliarden Euro (1,5 Prozent).
ESM-Chef Klaus Regling sagte, für den Krisenfonds sei es nicht möglich, die Zinsen für Griechenland noch weiter zu senken. Sie seien derzeit praktisch identisch mit den Verwaltungskosten des Fonds. Eine abermalige Zinssenkung gilt als Möglichkeit, um die Schuldentragfähigkeit Griechenlands mittelfristig wieder herzustellen. Währungskommissar Olli Rehn zeigte sich „besorgt über die Verlangsamung des Reformprozesses“ dort. Die Regierung in Athen muss noch Vorgaben im Rentensystem und anderen Bereichen umsetzen, um die letzten Hilfsgelder zu erhalten.





