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Weitere Nachrichten : Hohe Flüchtlingszahlen sind wie kleines Konjunkturprogramm

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Bild: dpa

Laut dem IW wirken die hohen Flüchtlingszahlen wie ein kleines Konjunkturprogramm. Die OECD wird ihre Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft wohl im November senken.

          Die hohen Flüchtlingszahlen wirken nach Ansicht des Chefs des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, wie ein "kleines Konjunkturprogramm". "Denn der Staat pumpt jetzt viele Milliarden für die Versorgung der Flüchtlinge in die Wirtschaft", sagte Hüther der "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Diese Ausgaben versickern nicht im Ausland, sondern schaffen im Inland neues Geschäft und neue Arbeitsplätze", betonte der Chef des arbeitgebernahen Instituts. Auch Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater sagte der Zeitung, wegen der Mehrausgaben für Flüchtlinge seien "einige wenige Zehntelpunkte zusätzliches Wachstum" für die Jahre 2015 und 2016 zu erwarten. Der schwarz-rote Koalitionsausschuss hatte im September beschlossen, für die Flüchtlingshilfe im Bundeshaushalt 2016 drei Milliarden Euro bereitzustellen und weitere drei Milliarden Euro an Länder und Kommunen zu geben. (dpa-AFX)

          OECD-Prognose für Weltwirtschaft wird wohl im November gesenkt

          Die Industrieländerorganisation OECD wird ihre Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft wahrscheinlich zurückschrauben. Das kündigte OECD-Chef Angel Gurria am Mittwoch in der peruanischen Hauptstadt Lima an. Die neuen Vorhersagen würden voraussichtlich im kommenden Monat vorgelegt. Gurria betonte zugleich, derzeit verlangsame sich die Weltkonjunktur. "Aber wir sehen nichts, das der Lähmung ähnelt, die wir hinter uns haben", fügte er hinzu. Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) hatte bereits im September für das globale Bruttoinlandsprodukt 2015 eine neue Prognose von nur noch 3,0 von zuvor 3,1 Prozent präsentiert. Jüngst hatte der Internationale Währungsfonds (IWF), der in Lima seine Jahresversammlung abhalten wird, seine Vorhersage für dieses Jahr auf 3,1 von 3,3 Prozent gesenkt und zur Begründung auf die Konjunkturabkühlung in China verwiesen. (Reuters)

          China will Statistiken transparenter machen

          China will mehr Transparenz bei der Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten schaffen. Die Volksrepublik wendet deshalb nach Kritik künftig den Statistikstandard SDDS des Internationalen Währungsfonds (IWF) an. Der neue Standard erweitere die Verfügbarkeit der veröffentlichten Daten und erhöhe ihre Aktualität, teilte der Fonds am Mittwoch mit. Mit dem Schritt geht China auf Investoren zu. Viele Anleger hatten im Zuge der Konjunkturabkühlung die Verlässlichkeit der chinesischen Daten angezweifelt. (Reuters)

          Tokioter Börse gibt trotz guter amerikanischer Vorgaben leicht nach

          Die Tokioter Börse hat am Donnerstag trotz guter amerikanischer Vorgaben moderat nachgegeben. Der Nikkei der 225 führenden Werte fiel bis zum späten Vormittag um 0,2 Prozent auf 18.288 Punkte. Der breiter gefasste Topix verlor 0,1 Prozent auf 1491 Zähler. Bei den Einzelwerten kletterten die Aktien von Daikin Industries 1,8 Prozent gegen die allgemeine Markttendenz. Zuvor hatte die Zeitung "Nikkei" berichtet, dass die China-Umsätze des in der Chemiewirtschaft tätigen Konzerns anzögen.

          Der Euro bewegte sich kaum im fernöstlichen Handel. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,1238 Dollar. Zum Yen gab die amerikanischen Währung auf 119,97 Yen nach. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9725 Franken je Dollar und bei etwa 1,0942 Franken je Euro. (Reuters)

          Verbraucherkredite in Vereinigten Staaten steigen weniger als erwartet

          In den Vereinigten Staaten ist das Volumen der Verbraucherkredite im August weniger deutlich als von Experten erwartet gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat habe die Kreditvergabe um 16,0 Milliarden amerikanischen Dollar zugelegt, teilte die amerikanischen Notenbank am Mittwoch in Washington mit. Volkswirte hatten im Schnitt mit plus 19,5 Milliarden Dollar gerechnet. Im Vormonat war das Kreditvolumen um revidierte 18,9 (zunächst 19,1) Milliarden Dollar gestiegen. (dpa-AFX)

          Hillary Clinton lehnt TPP-Handelsabkommen ab

          Die amerikanische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton lehnt das kürzlich vereinbarte Freihandelsabkommen TPP zwischen den Vereinigten Staaten und elf weiteren Staaten ab. "Beruhend auf meiner jetzigen Kenntnis kann ich dieses Abkommen nicht unterstützen", teilte Clinton mit. Handelsabkommen müssten "eindeutige Prüfungen" bestehen, ob sie zu mehr Jobs und höheren Löhnen führten. Das bis zu 40 Prozent der Weltwirtschaft umfassende Abkommen namens Trans Pacific Partnership habe die hohen Erwartungen nicht erfüllt, sagte Clinton.

          Die Demokratin distanziert sich damit von Amtsinhaber Barack Obama, der den Deal als wichtigen Teil seiner Wirtschaftspolitik sieht und lang dafür geworben hatte. Seiner Einschätzung nach schafft das am Montag mit elf Pazifikanrainerstaaten geschlossene Abkommen neue Jobs und führt zu besseren Arbeits- und Umweltstandards. In ihrer Zeit als Außenministerin (2009-2013) unter Obama hatte Clinton noch auf Umsetzung des Abkommens gedrängt. Mit ihrem Kurswechsel scheint sie auch Gewerkschaften umwerben zu wollen. (dpa-AFX)

          Dell und Speicher-Firma EMC sprechen über Fusion

          Der PC-Hersteller Dell und die Speicher-Firma EMC loten laut Medienberichten einen Zusammenschluss aus. Noch sei unklar, ob sie eine Komplett-Fusion anpeilten oder nur einzelne Konzernteile kombinieren wollten, berichteten das „Wall Street Journal“ und die „Financial Times“ in der Nacht zum Donnerstag.

          EMC war zum Handelsschluss am Mittwoch rund 50 Milliarden Dollar wert. Über die Hälfte davon macht der Anteil von 80 Prozent an der Softwarefirma VMware aus. Dell ist nicht mehr an der Börse notiert. Gründer Michael Dell hatte die Firma vor rund zwei Jahren mit Unterstützung von Finanzinvestoren vom Markt genommen. Er begründete das mit einem größeren Spielraum für Veränderungen ohne den ständigen Druck der Anleger, gute Zahlen zu präsentieren. Nach Berechnungen von Marktforschern ist Dell der drittgrößte PC-Hersteller der Welt mit knapp 9,6 Millionen verkauften Geräten im zweiten Quartal. Das bedeutete einen Marktanteil von gut 14 Prozent. (dpa)

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