https://www.faz.net/-gqe-7bfng

Marktbericht : Entspannung in Portugal beruhigt Finanzmärkte

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Nach der politischen Stabilisierung Portugals fallen die Renditen portugiesischer Staatsanleihen. Ein möglicher Verkauf von E-Plus treibt den Aktienkurs von KPN.

          3 Min.

          Portugals Präsident Anibal Cavaco Silva hatte der konservativen Regierung sein Vertrauen ausgesprochen. „Die beste alternative Lösung ist die Fortsetzung der aktuellen Regierung“, sagte Cavaco am Sonntagabend in Lissabon. Damit ignorierte das Staatsoberhaupt abermals die Forderung der Opposition nach Neuwahlen.

          Das lässt die Renditen für zehnjährige portugiesische Staatsanleihen kräftig um 38 Basispunkte auf 6,24 Prozent fallen. Anfang Juli hatte der Rücktritt von zwei Ministern eine schwere Regierungskrise ausgelöst. Die Rendite für zehnjährige Papiere war danach stark angestiegen, zeitweilig bis auf fast 8 Prozent.

          Ein Krisenherd weniger

          „Zumindest vorübergehend hat die Eurozone eine kleine Krise weniger“, heißt es vom Bankhaus Metzler. Noch bis zum Wochenende hatte die Sorge vor Neuwahlen in Portugal die Furcht vor einem abermaligen Aufflammen der Euro-Schuldenkrise geschürt. Portugal befindet sich derzeit unter dem Euro-Rettungsschirm. Im kommenden Jahr will sich die Regierung aber wieder frisches Geld am Kapitalmarkt besorgen.

          An den Aktienmärkten sorgt dies für ein wenig Erleichterung. Dennoch schloss der Dax kaum verändert bei 8331 Punkten, der marktbreite F.A.Z.-Index ebenfals praktisch auf dem Niveau des Freitagesschlusses bei 1743 Zählern.

          Unternehmenszahlen spielen noch keine große Rolle, das dürfte sich in den kommenden Tagen ändern. „In den nächsten ein bis zwei Wochen können wir in Richtung eines neuen Rekordhochs im Dax gehen“, sagte Jasper. Er erwartet von den Unternehmenszahlen insgesamt keine negativen Überraschungen. Der niederländische Elektronikriese Philips, der traditionell die europäische Berichtssaison eröffnet, hat dank eines starken Wachstums in den Schwellenländern Gewinn und Umsatz deutlich gesteigert. Der Aktienkurs klettert um 2,1 Prozent.

          Verkauf von E Plus zeichnet sich ab

          In Amsterdam ragten zudem die Aktien von KPN heraus, die 12,9 Prozent gewannen. Das Unternehmen bestätigte einen Zeitungsbericht, wonach es Gespräche über einen Verkauf seiner Deutschland-Tochter E-Plus an den spanischen Telefonriesen Telefonica führt. Der Ausgang der Gespräche sei derzeit aber noch ungewiss. Die Anteilsscheine von Telefonica gewannen in Madrid 1,3 Prozent, die Papiere von Telefonica Deutschland (O2) legten 6,8 Prozent zu. „Für die beiden kleinen Mobilfunkanbieter in Deutschland wäre ein Zusammenschluss sicher eine gute Sache, weil man damit Kosten einsparen kann“, sagte ein Händler in Frankfurt.

          Die Aussicht auf ein strikteres Sparprogramm ließ den Kurs von RWE um 2,6  Prozent steigen. Deutsche Bank stiegen um 1,4 Prozent. Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge will der deutsche Branchenprimus seine Bilanz in den nächsten zweieinhalb Jahren deutlich verkleinern, um die Verschuldungsquote zu verbessern. Die Deutsche Bank wollte sich dazu zunächst nicht äußern. SAP fielen dagegen um  0,9 Prozent. Einer der beiden Vorstandssprecher, Jim Hagemann Snabe, will sich zur Hauptversammlung im Mai 2014 in den Aufsichtsrat zurückziehen.

          S&P-500-Index erreicht Rekordhoch

          Amerikanische Aktien legen am Montag nach einem verhaltenen Start moderat zu. Der Dow Jones Industrial rückt um 0,1 Prozent auf 15.556 Punkte vor. Der marktbreite S&P-500-Index legt um 0,2 Prozent auf 1.695,6 Punkte zu. Bei 1.696,23 Punkten hatte er kurz zuvor den höchsten Stand seiner Geschichte erreicht. Der Nasdaq Composite steigt um 0,3 Prozent auf 3598 Punkte.“In den Vereinigten Staaten gab es in jüngster Zeit Rekordzuflüsse in Aktienfonds. In einem extrem niedrigen Zinsumfeld sind die Anleger auf der verzweifelten Suche nach Rendite“, sagte Matthias Jasper, Chefhändler der WGZ Bank.

          Die Berichtssaison setzt sich fort. Nach überraschend positiven Zahlen aus dem Bankensektor und enttäuschenden Quartalsberichten aus der Technologiebranche schauen die Anleger am Montag vor allem auf McDonald’s. Der Gewinn der Fastfood-Kette lag unter den Prognosen der Analysten, der Aktienkurs fällt um 2,6 Prozent. Das weltgrößte Burger-Restaurant stellt sich auf ein schwieriges Jahr ein. „Die wirtschaftlich unsicheren Zeiten beeinträchtigten den Konsum der Verbraucher und die Bereitschaft auswärts essen zu gehen“, sagte Vorstandschef Don Thompson.

          Nach ihrem Kurseinbruch vom Freitag infolge schwacher Quartalszahlen erholt sich der Kurs von Microsoft leicht um 1,2 Prozent. Für Yahoo geht es um mehr als 4 Prozent nach unten. Das Internet-Unternehmen hatten angekündigt, 40 Millionen Aktien zum Preis von 29,11 Dollar je Stück von dem Hedge-Fonds Third Point zurückkaufen zu wollen. Halliburton fallen nach anfänglichen Kutrsgewi8nnen um mehr als 1 Prozent. Der Ölfeld-Dienstleister hatte mit seinem Gewinn die durchschnittlichen Analystenschätzungen übertroffen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sicherheitszone in Syrien : Kramp-Karrenbauer auf Konfrontationskurs

          Die Verteidigungsministerin fordert eine internationale Schutzzone in Nordsyrien – und schließt auch den Einsatz deutscher Soldaten dabei nicht aus. Damit irritiert sie die SPD und vor allem Außenminister Maas. Die Kritik lässt nicht lange auf sich warten. Auch der Kreml äußert sich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.