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Blick auf den Finanzmarkt : Gute Stimmung am Aktienmarkt hält an

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ Helfert

Die anhaltend gute Stimmung an den Börsen stützt auch die Aktienkurse in Deutschland. Vor Weihnachten seien die 7.700 Punkte im Dax immer noch drin, sagte Analystin Katrin Ehling von X-Trade Brokers xtb. Die Anleger warteten zwar weiter auf eine endgültige Einigung im Haushaltsstreit der Vereinigten Staaten, die Parteien näherten sich aber an und die Märkte täten schon so, als seien die drohenden Steuererhöhungen und Ausgabensenkungen mit einem Kompromiss bereits vom Tisch.

          Der Dax steigt um 0,2 Prozent auf 7668 Punkte. Für den marktbreiten FAZ-Index geht es um 0,25 Prozent auf 1647 Zähler nach oben.

          Deutsche Anleihen setzen Abwärtstrend fort

          Die deutschen Staatsanleihen setzen am Mittwoch ihren Abwärtskurs fort. Beobachter begründen die Entwicklung mit den festen Aktienmärkten Asiens und Fortschritten im amerikanischen Haushaltsstreit. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 20 Basispunkte auf 144,21 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 5 Basispunkte auf 127,13 Prozent.

          Am Mittwoch rückt die Stimmung in den deutschen Unternehmen in den Fokus. Bankvolkswirte rechnen damit, dass sich das Ifo-Geschäftsklima zum zweiten Mal in Folge aufhellen wird. Experten messen Frühindikatoren wie dem Ifo-Index eine große Bedeutung für den Zinskurs der Europäischen Zentralbank (EZB) bei. Eine zusätzliche Zinssenkung im Euroraum gilt derzeit als möglich.

          Euro auf höchstem Stand seit Mai

          Der Euro setzt seinen Aufwärtstrend fort: Am Mittwochmorgen steigt der Kurs der Gemeinschaftswährung auf 1,3235 amerikanischen Dollar auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Monaten. Mehr hatte der Euro zuletzt Anfang Mai gekostet. Beobachter erklären die Kursgewinne mit der Beruhigung in der Euro-Schuldenkrise und Fortschritten im amerikanischen Haushaltsstreit.

          Nikkei springt über 10.000er Marke

          Der japanische Aktienmarkt scheint auf dem Weg nach oben kaum noch zu stoppen zu sein. Die jüngste Rally setzt sich Mittwoch sogar noch beschleunigt fort und Tokio lässt die Nachbarbörsen einmal mehr deutlich hinter sich. Erstmals seit April steht der Nikkei-Index wieder über 10.000 Punkten. Das Marktbarometer gewinnt 1,8 Prozent auf 10.102 Punkten. Der weiter schwache Yen sowie die Hoffnung auf eine Ausweitung der geldpolitischen Lockerung unter dem kommenden neuen Ministerpräsidenten treibt die Investoren in den Aktienmarkt. Der Dollar hat von seinem bereits deutlich erhöhten Niveau nochmal zugelegt und wird nun mit 84,30 Yen bezahlt.

          Auch das Handelsbilanzdefizit Japans - das fünfte in Folge - kann die Anleger nicht entmutigen. Vielmehr richten sie die Blicke gespannt auf die japanische Notenbank, die am Donnerstag ihre letzte Sitzung des Jahres abhält. Der Markt erhofft sich stimulierende Maßnahmen, nachdem sich der Wahlsieger vom Wochenende, Shinzo Abe von der LDP, im Wahlkampf dafür ausgesprochen hatte.

          Bauwerte stehen ganz oben auf den Kauflisten, nachdem sich Abe unter anderem für üppige Staatsausgaben ausgesprochen hatte. Finanzwerte werden mit dem Durchbrechen der 10.000er Marke im Nikkei gekauft. Mitsubishi UFJ Financial Group steigen um 5,9 Prozent, Nomura Holdings um 4,5 Prozent und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation um 5,6 Prozent. Der schwache Yen treibt überdies die Kurse von Exportwerten wie Toyota Motor, die um 2,8 Prozent steigen. Canon ziehen um 4,6 Prozent an.

          Im übrigen bleiben die Märkte in Ostasien stark auf den Haushaltsstreit in Amerika fixiert. In Australien geht es mit den Minenwerten weiter aufwärts, gestützt vom hohen Preis für Eisenerz. Aktien von Rio Tinto gewinnen 1,1 Prozent und die Papiere von BHP Billiton 0,9 Prozent.  Anders hingegen der Goldminenwert Newcrest Mining, der angesichts des gesunkenen Goldpreises um 2,8 Prozent nachgibt. Am Vorabend war der Goldpreis bis auf gut 1.660 Dollar je Feinunze und damit ein Dreimonatstief gefallen. Am Mittwoch erholt er sich davon leicht. Die Feinunze kostet 1.675 Dollar.

          In Hongkong klettert der HSI um 0,7 Prozent nach oben, während Teilnehmer das kleine Minus in Schanghai mit einer Atempause nach den jüngsten Aufschlägen begründen. Esprit Holdings verbilligen sich um 5,8 Prozent, nachdem der Bekleidungshändler für das am 31. Dezember endende Halbjahr einen Rekordverlust angekündigt hat. Die Finanzmärkte in Südkorea bleiben wegen der dortigen Wahl eines neuen Präsidenten geschlossen.

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