Wahlparteitag der Republikaner : Dämonisieren statt argumentieren

Mit der Strategie größtmöglicher Dämonisierung seiner Gegner hat Trump vor vier Jahren die Präsidentenwahl gewonnen. Hoffentlich geht dieses Kalkül nicht abermals auf.
Lukaschenka verdankt seinen „Sieg“ vermutlich großflächiger Manipulation, Trump behauptet, die Opposition wolle die Wahl im November stehlen, denn nur so könne Biden gewinnen und er verlieren. Schlimm ist der für den „Führer der westlichen Welt“ wenig schmeichelhafte Vergleich, schlimmer noch ist, dass viele Wähler sich an die verantwortungslosen Sprüche des Präsidenten gewöhnt haben und seine Anhänger ihm seine haltlosen Behauptungen abnehmen.
Es ist ein Skandal, dass Trump schon beim ersten Auftritt auf dem Wahlparteitag der Republikaner systematisch Zweifel an der Integrität des Wahlsystems sät und an der Legitimität einer Wahl, aus der nicht er selbst als Sieger hervorgehen könnte. Soll nur niemand behaupten, Amerikas politische Institutionen würden Trumps Präsidentschaft ohne Blessuren überstehen.
Wie er wiedergewählt werden will, hat er auch vorgeführt: mit maximaler Mobilisierung seiner Basis und mit größtmöglicher Dämonisierung des Gegners, so wie schon 2016. Damals fiel das vergleichbar leicht, jetzt wird der demokratische Gegenkandidat als Marionette radikaler, finsterer Kräfte dargestellt, die, wenn an der Macht, das Land in den Abgrund stürzen würden. In den kommenden Wochen dürfte kein Vorwurf zu ungeheuerlich, keine Beleidigung zu niederträchtig sein, wenn Trump (nur) so seine Wiederwahl zu erreichen glaubt: Dämonisieren anstelle eines demokratischen Wettbewerbs, der hart, aber mit Anstand ausgetragen wird. So viel zum Vorbild Amerika.
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